Der Riedensee – eine Lagune an der Ostsee

Der Riedensee
Der Riedensee

Die Ostsee weist eine Vielzahl von Küstenarten auf: Felsen im Norden, Dünen und Kliffs im Süden, Kreideküste auf Rügen und auf Møn in Dänemark. Die Mecklenburgische Ostseeküste ist überwiegend von Sandstrand geprägt. Eine Besonderheit stellt der Riedensee westlich von Kühlungsborn dar.
Er ist der Rest einer wassergefüllten Mulde, die nach der letzten Eiszeit entstand. Die unweit des Meeres gelegene Mulde wurde geflutet, als in einer Phase vor 6.500 bis 4.000 Jahren der Meeresspiegel anstieg. Es bildete sich ein von Salzwasser beeinflusstes Moor. Weiterer Meeresspiegelanstieg, Küstenrückgang und veränderte Salzgehalte formten den Bereich am Riedensee stetig um. Dabei bildeten Wind und Wellen einen Wall aus Sand und Kies und riegelten die Senke von der Ostsee ab. Auch heute ist keine Ruhe am Riedensee eingekehrt. Bei Sturmfluten durchbrechen die Wellen den Strandwall und salziges Ostseewasser schwappt in den See.
Der Riedensee verfügt über natürliche, sich unter dem Einfluss des Meeres verändernde Öffnungen zur Ostsee und stellt daher an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns eine echte Rarität dar.
In Europa ist der Lebensraum Sandstrand in seiner unberührten Form kaum noch vorhanden, denn menschliche Spuren verlaufen überall durch den Sand. Naturschutzgebiete wie der Riedensee sollen dafür sorgen, dass die extrem gefährdeten Tiere und Pflanzen der Strände geschützt werden und ein sicheres zu Hause haben. Die Käferart „Meerstrand-Ahlenläufer“ (Bembidion pallidipenne) besiedelt nur noch sehr wenige Strände in Europa, ist global stark gefährdet und vom Aussterben bedroht. Für den Schutz der Strand-Laufkäfer kommt dem Riedensee daher eine weltweite Bedeutung zu.
Da salziges Meerwasser in den Riedensee strömen kann, ist sein Wasser nicht wirklich süß. Aber als richtig salzig kann es auch nicht gelten – die Mischung im Riedensee wird Brackwasser genannt. Tiere und Pflanzen im und am Riedensee sind starkem Wind, Überschwemmungen und Salzeinträgen ausgesetzt – damit kommen nur wenige Lebewesen zurecht.
Da es natürliche Strandseen an der Ostsee kaum noch gibt, wurde der Riedensee 1993 als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Heute umfasst das 110 Hektar große Schutzgebiet den Strandsee, angrenzende Dünen, Salzwiesen, Strände und die küstennahe Ostsee.

kuehlungsborn.de / NABU / nordlicht verlag

Foto: © NABU Mittleres Mecklenburg

Datum: 07.09.2020

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