Am Strand von Międzyzdroje (Misdroy, Foto: nordlicht verlag)
Am Strand von Międzyzdroje (Misdroy, Foto: nordlicht verlag)

Międzyzdroje (Misdroy)

Zur Geschichte von Misdroy
Im Zentrum der Insel Wollin (Wolin), am Übergang von der Dünenküste zur Kliffküste des Nationalparks Wollin liegt das Ostseebad Międzyzdroje (Misdroy). Die Gründung des Ortes geht auf das 13. Jahrhundert zurück, zunächst war der Ort als Eigentum der Domprobstei Cammin genannt. Die heutige Geschichte von Misdroy begann mit den Anfängen des Bäderwesens. Nur wenige Jahre nach den Nachbarorten Swinemünde und Heringsdorf auf der Insel Usedom kamen seit 1830 die ersten Badegäste auch nach Misdroy, seit 1835 wird der Ort zielstrebig als Seebad ausgebaut. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden vor allem von wohlhabenden Bürgern aus Berlin und Stettin zahlreiche Villen im Stil der Bäderarchitektur errichtet, die zum großen Teil erhalten und bereits rekonstruiert sind. Aus diesen ragt das so genannte Lejeunsche Schloss heraus, in dem auch der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm seinen Urlaub verbrachte. Es ist seit 1887 im Besitz der Gemeinde, heute wird es als Kulturhaus und Touristinformation genutzt. Im Zuge der Entwicklung des Bäderwesens wurde 1869 eine Schiffsanlegestelle am Vietziger See im Rück-Delta des Flusses Swine gebaut, um Schiffen aus Richtung Stettin das Anlegen zu ermöglichen. Erst 1885 wurde die heute noch erhaltene Seebrücke errichtet, die auch als Schiffsanleger dient. Die Geschichte des Badewesens in Misdroy ist verknüpft mit Besuchen prominenter Gäste aus Berliner und Stettiner Adels- und Kulturkreisen. 1945 kam Misdroy im Gefolge der Nachkriegsregelung zu Polen. Seitdem entwickelte sich das Ostseebad Misdroy zum größten und beliebtesten Ostseebad Polens. Die zwei Kilometer lange Promenade war lange Jahre Schauplatz eines Filmfestivals, welches neu etabliert werden soll. 2005 wurde die Seebrücke auf 300 Meter verlängert, so dass sie als Anlieger für Ausflugsschifffahrt in die deutschen Ostseebäder dienen kann.

Ostseeurlaub in Misdroy
Die außerordentlich günstige natürliche Lage am Südufer der Ostsee mit bis zu 100 Meter hoher schützender Steilküste und der Umgebung zwischen Wald und Swinedelta machen das Seebad Misdroy zu einem Mekka für gesundheitsbewussten Urlaub. Das Seebad Misdroy verfügt über eine beachtliche Zahl von Hotels und gastronomischen Einrichtungen. 2010 wurden alleine acht Hotels, 60 Pensionen, mehr als 300 Privatquartiere, acht große Restaurants sowie 60 kleinere Gaststätten und Kioske gezählt.
Im Ostseebad Misdroy werden gegenwärtig die zahlreiche Villen im Stil der Bäderarchitektur rekonstruiert. Viele der nach 1945 entstandenen großen Ferienheime der polnischen Gewerkschaften sind dabei, sich in das Tourismusprofil des Ostseebades einzuordnen. Im Ort befindet sich die Verwaltung des Nationalparks Wollin, der sich unmittelbar östlich und südlich an Misdroy anschließt. Im Nationalpark befinden sich weitere Sehenswürdigkeiten, darunter ein Wisentgehege oder der Türkissee, ein ehemaliger Kalksteinbruch.
Das Seebad Misdroy bezeichnet sich selbst als „Sommerhauptstadt Westpommerns“. Wer in der Saison einmal die Promenade von Misdroy besucht hat, kann dieses nur bestätigen.

Foto: nordlicht verlag


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