Am Königsstuhl auf Rügen (Foto: nordlicht verlag)
Am Königsstuhl auf Rügen (Foto: nordlicht verlag)

Rügener Heilkreide

Die Heilkreide, die an der Ostsee abgebaut wird, ist ein hochwertiges Heilmittel. Aus den Schalenresten früherdgeschichtlicher Tiere entstand in der Kreidezeit (vor 135-65 Mio. Jahren) die heutige Kreide. Sie besteht zu 97 Prozent aus Kalziumkarbonat (Kalk). Die Rügener Kreide stammt ebenso wie die Kreide auf der dänischen Insel Møn aus der jüngsten Kreidezeit.

Im Gegensatz zu Møn wird die Rügener Kreide bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts abgebaut und zu verschiedenen industriellen Zwecken verwendet: in der Baustoffindustrie, als Schreibkreide und in jüngerer Zeit auch zur Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken.

Die Anwendung von Rügener Kreide als Heilmittel hat eine wechselvolle Geschichte. Bereits seit 1910 wurde die Heilwirkung von verschiedenen Ärzten erkannt und angewendet, später dann auch wissenschaftlich bestätigt. Die 1960er Jahre bedeuteten das vorläufige Ende der Rügener Heilkreide. Erst Mitte der 1990er Jahre begann ihr zweites „Leben“. Mittlerweile ist die Rügener Heilkreide auch von den Krankenkassen als ortsgebundenes Heilmittel anerkannt.

Sie wird vorrangig für Ganzkörperbäder verwendet. Auch Rückenpackungen oder Fußbäder kommen zur Anwendung. Die Wirkung beruht auf ihrer guten Wärmespeicherfähigkeit. Kreidebehandlungen wirken schmerzlindernd bei rheumatischen Erkrankungen, bei Arthrose und Ischias. Sie wirken positiv auf eine Vielzahl von Hauterkrankungen.

Foto: nordlicht verlag
 

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