Schmatzin: Route 3 und Geschichte vor Ort
Unterkünfte in Schmatzin
Schmatzin verbindet eine konkrete Route mit einer vielschichtigen Dorf- und Gutsgeschichte. Für die Wahl des Reiseziels stehen damit zwei unterschiedliche Zugänge nebeneinander: eine längere Strecke, die durch Schmatzin führt, und historische Orte in der Gemeinde, besonders in Schlatkow. Schlatkow ist ein Ortsteil von Schmatzin; dort liegen Kirche und Gutsanlage. Wer sich für regionale Geschichte interessiert, kann die baulichen Zeugnisse zeitlich einordnen und die Unterschiede zwischen Kirche, Gutshaus und den Spuren des Ritterguts in Schmatzin kennenlernen.
Route 3 führt durch Schmatzin
Die etwa 34 Kilometer lange „Route 3 – Nördlich der Peene“ führt von Klein Bünzow über Schlatkow, Schmatzin, Ranzin, Gribow, Owstin, Lüssow, Stolpe und Quilow zurück nach Klein Bünzow. Schmatzin liegt ausdrücklich auf diesem Verlauf. Mit Abstecher beträgt die Streckenlänge etwa 40 Kilometer. Die beiden Angaben machen den Unterschied zwischen der Grundroute und einer längeren Variante greifbar: Wer die Route in die Tagesplanung aufnimmt, kann mit ungefähr 34 Kilometern oder, mit Abstecher, mit etwa 40 Kilometern rechnen. Der Weg verbindet mehrere benannte Orte zu einer Runde und bietet damit einen konkreten räumlichen Bezug zu Schmatzin und Schlatkow.
Kirche und Gutsanlage in Schlatkow
Die Kirche Schlatkow stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Zu ihren Merkmalen gehören Wandmalereien, ein barocker Altar, eine Kanzel und ein Taufengel. Auch der spätgotische Ostgiebel gehört zur Baugeschichte; er wurde restauriert. An der Kirche steht ein freistehender hölzerner Glockenstuhl. Die Angaben verweisen auf unterschiedliche Teile der Anlage und ihrer Ausstattung: Der spätgotische Giebel steht neben den barocken Elementen im Kirchenraum, während der Glockenstuhl eine eigene, hölzerne Konstruktion bildet.
Zur historischen Gutsanlage Schlatkow gehören das Gutshaus und zwei Fachwerkhäuser, die 1768 errichtet wurden. Das Hauptgebäude des Gutshauses brannte im 19. Jahrhundert ab; 1870 wurde ein neues Gebäude in spätklassizistischer Form errichtet. Damit stehen auf der Anlage Bauzeugnisse aus verschiedenen Zeiten nebeneinander. Im teilsanierten Gutshaus befindet sich eine Informationsstätte zur historischen Entwicklung Schwedisch-Pommerns um 1800. Wenn Sie einen Besuch dort einplanen möchten, erkundigen Sie sich vorab nach den Besuchsmöglichkeiten.
Mit Schlatkow sind auch historische Ereignisse und die frühere Nutzung der Gutsanlage verbunden. Am 18. April 1807 unterzeichneten schwedische und französische Generäle in Schlatkow ein Waffenstillstandsabkommen. Von 1934 bis 1945 befand sich in der Gutsanlage die Pommersche Melkerschule, an der Melker ausgebildet wurden. Diese beiden Stationen gehören zu unterschiedlichen Kapiteln der Ortsgeschichte: dem politischen Geschehen des Jahres 1807 und der Ausbildung von Melkern im Zeitraum von 1934 bis 1945.
Spuren der Geschichte in Schmatzin
Auch im Ort Schmatzin selbst begegnet Besuchern die Geschichte des Ritterguts. An vielen Häusern erinnert eine Tafel an Hermann Runge, den Erbauer und seit 1890 Besitzer des „Rittergutes Schmatzin“. Ab den 1890er-Jahren wurden in Schmatzin Bauernhäuser in einem einheitlichen Stil errichtet. Die Tafeln und die gleichförmig gestalteten Bauernhäuser zeigen zwei unterschiedliche Anknüpfungspunkte für den Blick auf die Ortsgeschichte: eine mit dem Rittergut verbundene Person und eine Bauweise, die sich über mehrere Häuser erstreckt.
Im Gutspark Schmatzin befinden sich die Gräber und Gedenksteine der Familie Runge. Dorfbewohner errichteten die Gedenksteine. Zusammen mit den Tafeln an den Häusern ergänzen diese Zeugnisse die Geschichte der Gutsanlage um Erinnerungsorte im Ort selbst.
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