Kurevere entdecken: Nationalpark, Kulturlandschaft und Jaagarahu
Unterkünfte in Kurevere
Kurevere zwischen Nationalpark, Kulturlandschaft und Jaagarahu
Ein Teil des Dorfes Kurevere liegt im Vilsandi-Nationalpark. Dadurch treffen hier geschützte Naturbereiche, historische Siedlungsspuren und eine ungewöhnlich vielschichtige Kulturlandschaft aufeinander. Für Ihre Reiseplanung ist Kurevere vor allem dann interessant, wenn Sie Naturbeobachtung, Geschichte und geologische Besonderheiten miteinander verbinden möchten.
Landschaft und Wege rund um die historischen Höfe
Im zum Nationalpark gehörenden Teil von Kurevere sind historische Waldflächen erhalten. Außerdem kommen dort Quellmoore vor, während eine teilweise offene Landschaft als repräsentative Kulturlandschaft eingestuft wird. Diese unterschiedlichen Landschaftsbilder liegen im Umfeld historischer Bauernhofstellen: Drei solcher Stellen sind im Nationalparkteil erhalten, und Steinmauern finden sich vor allem rund um historische Bauernhöfe und auf deren Feldern.
Ein historisch bedeutender Wegabschnitt von den Ländereien des Bauernhofs Ossi bis zum Bauernhof Harila ist in der Landschaft erhalten und zu Fuß begehbar. Die kleineren Wege zu heute zerstörten Bauernhöfen sind dagegen für Autos schwierig oder überhaupt nicht befahrbar. Wenn Sie Kurevere wegen seiner historischen Landschaftsspuren auswählen, sollten Sie deshalb zwischen dem begehbaren Wegabschnitt und den eingeschränkt befahrbaren Nebenwegen unterscheiden.
Auch einzelne Hofgebäude veranschaulichen die regionale Bau- und Nutzungsgeschichte. Der Bauernhof Maandli gehört zu den gut erhaltenen, weiterhin genutzten Rauchstubenhäusern, die im ehemaligen Kirchspiel Kihelkonna kartiert wurden. Die größere Scheune auf dem Flurstück Harila wurde in einer Untersuchung als besonders wertvoll bewertet.
Kultsteine und ein lange genutztes Gräberfeld
Außerhalb des Nationalparkteils von Kurevere gibt es sieben Kultsteine. Die meisten weisen eine oder zwei Vertiefungen auf; ein Stein besitzt 62 Vertiefungen. Die Kurevere-Kultsteine dienten im 1. Jahrtausend v. Chr. als Kultobjekte. Es wird angenommen, dass sie von den östlich ihrer heutigen Lage gelegenen alten Feldern des Dorfes Kurevere dorthin gebracht wurden. Alte Steinhaufen gelten außerdem als Hinweis auf die früheste Landwirtschaft in Kurevere.
Eine weitere historische Spur ist das Kurevere-Steingräberfeld. Es war über einen sehr langen Zeitraum als Begräbnisstätte in Gebrauch. Bei Untersuchungen in den Jahren 1874, 1877 und 1965 wurden dort Funde aus dem 7. bis 12. Jahrhundert geborgen. Wer sich für die zeitliche Tiefe der Besiedlung interessiert, findet hier daher einen eigenständigen Schwerpunkt neben den Bauernhöfen und Kultsteinen.
Jaagarahu: Steinbrüche, Aufschluss und Hafenbezug
Die Jaagarahu-Steinbrüche liegen zwischen dem Hafen Jaagarahu und dem Dorf Kurevere. An der über dem Wasser liegenden Wand tritt der untere Teil der Jaagarahu-Formation zutage. Der aufgeschlossene Kalkstein enthält Reste von Stromatoporen. Der geologische Aufschluss ist dauerhaft erhalten; dort wachsen Bäume und Sträucher. Bei Jaagarahu befindet sich außerdem ein mit Wasser gefüllter, aufgegebener Kalksteinbruch.
Auch die Orientierung zum Hafen gehört zum örtlichen Bild. Die spätere Brücke an der Straße zum Hafen Jaagarahu wird als Straßenbrücke genutzt. Am Anfang des Kais von Jaagarahu steht zwischen Wacholdern ein am 17. Juni 1989 errichteter Gedenkstein für die Deportierten. Damit verbindet der Bereich um Jaagarahu Verkehrs- und Hafengeschichte, Erinnerungskultur und sichtbare geologische Besonderheiten.
Für die weitere Ortsorientierung im selben übergeordneten Gebiet finden Sie außerdem Mäebe, Abula, Rootsiküla, Tammese, Kihelkonna und Undva.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kihelkonna.