Lindenberg
Unterkünfte in Lindenberg
Lindenberg lässt sich über seine Bau- und Ortsgeschichte erschließen: Die Dorfkirche verbindet eine Entstehungszeit um 1580 mit Ausstattungsstücken aus verschiedenen Jahrhunderten. Nordöstlich des Ortes, am Augraben, sind außerdem die Überreste einer großen slawischen Burganlage deutlich erkennbar. Kirche und Burganlage eröffnen zwei unterschiedliche historische Perspektiven auf Lindenberg. Der Kontrast reicht von der slawischen Burganlage der Gemeinde bis zur späteren Dorfkirche mit ihrer Ausstattung aus mehreren Jahrhunderten.
Dorfkirche: Baugeschichte und Ausstattung
Die Dorfkirche Lindenberg wurde um 1580 in Feldstein- und Ziegelbauweise errichtet. Schon die Bauweise macht sie zu einem konkreten Ausgangspunkt, um sich mit der älteren Geschichte des Ortes zu beschäftigen. Ihre Geschichte endet nicht mit der Errichtung: Der Glockenturm brannte 1920 ab und wurde 2012 auf einem massiven Schaft wiederaufgebaut. Damit stehen an der Kirche unterschiedliche historische Abschnitte nebeneinander – der Bau um 1580 und die viel spätere Wiederherstellung des Turms.
Auch im Inneren kommen verschiedene Zeiten und Formen zusammen. Zur Kirche gehören ein Altaraufsatz und Altarschranken im Stil der Renaissance. Hinzu kommen eine Kanzel und ein Pfarrgestühl aus dem 17. Jahrhundert. Die Orgel ist jünger: Sie wurde 1867 in der Werkstatt von Barnim Grüneberg in Stettin gebaut. Wer sich für Kirchenkunst interessiert, findet hier also nicht nur ein einzelnes Ausstattungsstück, sondern kann Renaissanceelemente, Arbeiten aus dem 17. Jahrhundert und eine Orgel des 19. Jahrhunderts unterscheiden.
Ein weiterer Teil der Kirchengeschichte wurde erst später wieder sichtbar. Bei Restaurierungsarbeiten im Inneren kamen 1956 Wandmalereien mit biblischen Motiven aus dem Jahr 1597 zum Vorschein. Das Jahr 1597 bezeichnet dabei die Malereien; freigelegt wurden sie 1956. Zusammen mit der Bauzeit um 1580 und den späteren Ausstattungsstücken geben diese Angaben mehrere zeitliche Bezugspunkte für einen kulturgeschichtlichen Besuch. Sie erlauben, die Kirche nicht auf eine einzige Epoche zu verkürzen.
Slawische Spuren in Lindenberg
Auch die Ortsgeschichte verweist auf slawische Ursprünge. Lindenberg geht auf den alten slawischen Ort Relyn zurück. Davon getrennt ist die Geschichte der zugehörigen Gemeinde: Sie entstand aus einer slawischen Burganlage aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Die beiden Angaben gehören zu unterschiedlichen historischen Bezügen und sollten nicht zu einer einzigen Datierung zusammengezogen werden.
Nordöstlich von Lindenberg am Augraben sind die Überreste einer großen slawischen Burganlage noch deutlich erkennbar. Örtlich werden sie „Schwedenschanzen“ genannt; einen Bezug zu den Schweden haben sie jedoch nicht. Für geschichtsinteressierte Reisende ergänzt dieser Ort die Bau- und Kunstgeschichte der Dorfkirche um eine ältere Spur. Die Bezeichnung ist dabei ein überlieferter Name, keine Erklärung der Herkunft der Anlage.
Lage auf Gemeindeebene
Für die grobe Orientierung auf Gemeindeebene verläuft die Bundesstraße 194 westlich der Gemeinde Lindenberg.
Weitere Orte derselben übergeordneten Ebene: Sommersdorf, Hohenmocker, Warrenzin, Utzedel, Sarow, Meesiger, Nossendorf und Hohenbollentin.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Demmin-Land.