Schwanheide: Kapellengeschichte und Vogelschutzgebiet
Unterkünfte in Schwanheide
Wer Schwanheide als Reiseziel erwägt, kann zwei unterschiedliche Themen gewichten: die Geschichte der Kapelle und das EU-Vogelschutzgebiet „Wallmoor und Mühlenbachniederung bei Leisterförde – Schwanheide“. So lassen sich religiöse Ortsgeschichte und ein benanntes Schutzgebiet als getrennte Interessen in die Reiseentscheidung aufnehmen.
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Foto: Matti Blume via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Kapelle Schwanheide und ihre Glockengeschichte
Die Kapelle Schwanheide wurde am 19. Juni 1955 eingeweiht und war zunächst als „Christenlehre-Baracke“ bekannt. Hinzu kommt der Glockenbezug: Die Glocke der St.-Georg-Kirche aus Zweedorf stammt aus dem 17. Jahrhundert, lagerte in Schwanheide und gab den Anstoß für den Wunsch nach einem Glockenturm an der Kapelle. Herkunft, Aufbewahrungsort und der daraus entstandene Turmwunsch verbinden die Geschichte der beiden Kirchenstätten. Wer sich für Ortsgeschichte interessiert, findet hier neben dem genauen Einweihungsdatum eine Erzählung, die sich an einem konkreten Gegenstand festmachen lässt.
Kirchenkunst in Zweedorf
Zweedorf gehört zur Gemeinde Schwanheide. Dort wurde die neue St.-Georg-Kirche am 4. September 2012 geweiht. Ihre Glasmalereien gestaltete der Künstler Thomas Kuzio. Altar, Tauffünte und Ambo schuf die Holzbildhauerin Barbara Wetzel. Die Beiträge lassen sich nach ihrer Form unterscheiden: Glasmalerei auf der einen Seite, drei benannte Ausstattungsstücke auf der anderen. Eine Tauffünte ist das Taufbecken; der Ambo ist ein liturgisches Lesepult. So wird auch ohne kunsthistorisches Vorwissen deutlich, worin die verschiedenen Arbeiten bestehen. In der Gemeinde Schwanheide ergänzen diese Bezüge die Glockengeschichte der Kapelle um eine eigenständige Perspektive auf Gestaltung und Ausstattung einer Kirche.
EU-Vogelschutzgebiet bei Schwanheide
Das EU-Vogelschutzgebiet „Wallmoor und Mühlenbachniederung bei Leisterförde – Schwanheide“ liegt in Mecklenburg-Vorpommern und umfasst 2.308 Hektar. Zu den nach Anhang I der Vogelschutzrichtlinie aufgeführten Vogelarten gehört auch der Kranich (Grus grus). Die beiden Angaben geben unterschiedliche Orientierung: Die Flächenzahl vermittelt den Umfang des benannten Schutzgebiets, während der Kranich eine konkrete Art aus der aufgeführten Gruppe bezeichnet. Für Ihre Reiseentscheidung ist das eine Naturperspektive, die sich klar von den kirchlichen und kunsthistorischen Themen Schwanheides unterscheidet.
Weitere Kulturthemen im übergeordneten Reiseziel Ludwigslust-Parchim
Im übergeordneten Reiseziel Ludwigslust-Parchim bietet Schloss Ludwigslust einen eigenen Zugang zu höfischer Geschichte. Es war die ehemalige Residenz der mecklenburgischen Herzöge und bildet mit Park und Stadt ein Ensemble, das als „kleines Versailles des Nordens“ bezeichnet wird. Das Schloss bildet außerdem den Mittelpunkt einer nahezu vollständig erhaltenen spätbarocken Stadtanlage mit ehemaliger Hofkirche und Landschaftspark im englischen Stil. Im Schloss werden Kunst und höfische Wohnkultur des 18. und frühen 19. Jahrhunderts vermittelt. Damit stehen im übergeordneten Reiseziel neben den Kirchenbezügen in Schwanheide und Zweedorf auch Schlossgeschichte und spätbarocke Stadtanlage als eigene Kulturthemen zur Auswahl.
Ein weiterer Kulturort im übergeordneten Reiseziel Ludwigslust-Parchim ist das Kloster Zarrentin. Im Erdgeschoss befindet sich eine Dauerausstellung zum Kloster; außerdem werden Führungen zur Geschichte des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters, zum Leben der Nonnen und zur Architektur des Gebäudes angeboten. Termine und Zugang können sich ändern, daher empfiehlt es sich, diese vor dem Besuch zu prüfen.
Weitere Reiseziele entdecken: Dersenow, Greven, Nostorf, Brahlstorf, Tessin B. Boizenburg, Bengerstorf, Teldau, Neu Gülze.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Boizenburg-Land.