Kreien – Dorfgeschichte und Kreiener See
Unterkünfte in Kreien
Der Kreiener See und die Geschichte des Dorfes geben Kreien ein eigenes Profil: Hier gehören ein flacher See, überlieferte Bauformen und eine bemerkenswerte Dorfkirche zu den prägenden Themen. Wer für die Reise Natur und Kultur verbinden möchte, findet in Kreien unterschiedliche Anknüpfungspunkte – vom Ufer- und Landschaftsraum bis zu den Zeugnissen der Ortsgeschichte.
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Foto: Matthias Apsel. Original uploader was Günther M. Apsel at de.wikipedia via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
See, Ufer und Landschaft
Der Kreiener See hat eine Wasserfläche von 16 Hektar und eine Uferlänge von etwa 2.000 Metern. Er ist ein ungeschichteter Flachwassersee des Typs Hecht-Schlei-See. Breite Flachwasserzonen am Ufer und starker Unterwasserbewuchs kennzeichnen sein Gewässerbild. An den Feuchtwiesen und Erlenbrüchen am See kommen Amphibien, Wasservögel, Raubvögel und andere Wildtiere vor. Damit stehen am Kreiener See sowohl die Gewässerform als auch die umgebenden Lebensräume im Mittelpunkt.
Auch die größere Landschaft erzählt von ihrer Entstehung. Im Bereich der heutigen Gemeinde erstreckte sich die sogenannte Frankfurter Eisrandlage. Durch ein Gletschertor bei Hof Koppel floss Schmelzwasser durch die heutige Kreiener Schweiz und den Kreiener See in Richtung Elde. Eine frühere Feldbahn vom Gut Kreien zur Elde ist im näheren Umfeld heute noch als lange Feldhecke in der Landschaft erkennbar.
Wassererlebnis mit klarer Begrenzung
Der Kreiener See darf wegen seiner geringen Größe nur mit Ruderbooten befahren werden. Wer sich für Wassersport interessiert, sollte diese Einschränkung bei der Wahl seiner Aktivitäten berücksichtigen. An der Badestelle treffen sich Familien, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Während der Sommerferien setzt die Gemeinde dort einen Rettungsschwimmer ein. Im Winter 2014/2015 wurde der Badesteg vollständig saniert, damit er zu Beginn der Badesaison wieder betreten werden konnte.
Ruhige Wege in der Gemeinde
Im gesamten Gemeindegebiet laden ruhige Feld- und Waldwege zum Wandern und Radfahren ein. So lässt sich Kreien auch über seine Landschaft und ländlich geprägten Wege erschließen. Die frühere Feldbahntrasse, die heute als Feldhecke erkennbar ist, bildet dabei ein eigenes historisches Landschaftsmerkmal; sie ist keine Beschreibung einer aktuellen Bahnverbindung.
Dorfkirche und historische Bauwerke
Die Kirche im Dorf Kreien stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der gotische Bau besteht aus gesprengten Felsen und hat nach Osten und Westen flach abschließende Giebel. Westlich der Kirche steht der hölzerne Glockenstuhl separat. Seine heutige Form besteht seit 1880; die heutigen Stahlglocken stammen aus dem Jahr 1922. Erneuert wurde der Glockenstuhl 1965 und 1995.
Auch die Ausstattung der Kirche umfasst Stücke aus unterschiedlichen Zeiten. Die Altargruppe schnitzte Benedikt Dreyer 1507. Die barocke Kanzel stammt von 1710, wurde 1880 renoviert und zeigt die auf Holz gemalten vier Evangelisten. Das Renaissance-Taufgefäß von 1664 besteht aus einer Messingschale, die in einen Holzbehälter eingelassen ist. An der Nordwand befindet sich eine um 1250 geschnitzte Figur des Erzengels Michael. An der Südwand sind drei handgeschmiedete, über 100 Jahre alte Grabkreuze vom Friedhof befestigt.
Kirche und Glockenstuhl gehören mit der Trockenmauer zu einem historisch dokumentierten Ensemble. Im Dorfmittelpunkt bilden außerdem die Kirche mit Friedhofsmauer sowie das Pfarrhaus mit Pfarrgarten eine prägende Gruppe; sie stehen unter Denkmalschutz. Die Kirche mit Friedhofsmauer ist über 630 Jahre alt, das Pfarrhaus rund 200 Jahre.
Spuren der Ortsgeschichte
Archäologische Funde zeigen, dass die Feldmark Kreien in der Jungsteinzeit, etwa zwischen 3000 und 1600 v. Chr., besiedelt war. Aus der Bronzezeit stammen zwei Hügelgräber im Gebiet von Kreien, in denen Halsringe und ein Schwertgriff aus Bronze gefunden wurden. Die Geschichte des Dorfes lässt sich auch an späteren Gebäuden ablesen: Die ehemalige Schule wurde 1848 errichtet, die ehemalige Molkerei 1902.
Zum ländlichen Charakter der Gemeinde gehören weiterhin große Bauernhöfe, Häuslereien und Büdnereien, die sich in gutem baulichem Zustand befinden. Im Dorf Kreien steht zudem ein gut erhaltenes und saniertes Dreiseithof-Ensemble mit Backsteinwohnhaus und zwei Backsteinställen. Es befindet sich in Privatbesitz.
Weitere Orte: Granzin, Marnitz, Gallin-Kuppentin, Lutheran, Tessenow, Wahlstorf, Passow, Lübz.
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