67. Greifswalder Bachwoche, 27.5.-2.6. 2013

Anneliese Pflugbeil (95), Mitbegründerin der Greifswalder Bachwoche
Anneliese Pflugbeil (95), Mitbegründerin der Greifswalder Bachwoche
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Mit der Begründung im Nachkriegsjahr 1946 ist die Greifswalder Bachwoche das älteste Musikfest in Mecklenburg-Vorpommern. Die Initiative ging von der in Greifswald stark vertretenen Pommerschen Evangelischen Kirche aus, die das Musikfest auch über eher kirchenunfreundliche Jahre hinweg bewahren konnte. Mitbegründerin war damals Anneliese Pflugbeil, die auch an der diesjährigen Auflage mit nunmehr 95 Jahren noch aktiv beteiligt ist.

Bach und Italien

Johann Sebastian Bach war nie in Italien! Aber die italienische Musik hat er vielfach adaptiert, bearbeitet und verarbeitet. Die Greifswalder Bachwoche zeigt diese Zusammenhänge auf: Musik von Bachs Inspiratoren wie Corelli oder Vivaldi steht der italienisch beeinflussten Musik Bachs gegenüber. Bachs „Italienisches Konzert“ gibt es gleich in zwei verschiedenen Instrumental-Fassungen, am 2.6., 16 Uhr, in der Kirche Wieck für Viola da gamba und Laute und im Begegnungskonzert am 28.5., 20 Uhr, im Dom in der ursprünglichen Fassung für Tasteninstrument. Bei diesem Konzert wird Bischof Dr. Abromeit der „Mutter der Greifswalder Bachwoche“, Frau KMD Prof. Annelise Pflugbeil die „Bugenhagen-Medaillle“ als höchste Auszeichnung der Nordkirche überreichen.

Bachsche Chorwerke

Den Bachwochen-Rahmen bilden wieder große Chorwerke mit dem Domchor und Solisten: Die berühmte „Marienvesper“ Claudio Monteverdis (2.6., 20 Uhr, Dom) zum Bachwochen-Finale und als Gegenstück am Beginn Bachs „Jesusvesper“ – die ei-gens für diese Bachwoche vom Künstlerischen Leiter der Greifswalder Bachwoche, KMD Prof. Jochen A. Modeß, aus verschiedenen Kantatensätzen und dem ebenfalls berühmten „Magnificat“ Bachs zusammengestellt wurde (27.5., 20 Uhr, Dom). Spannend bis kurz vorher ist die Frage, wer bei dieser Aufführung eigentlich die Solopartien singt, denn das dürfen die erst tags zuvor öffentlich ermittelten jungen Preisträger des internationalen Gesangswettbewerbs „cantateBach!“ (Finale am 26.5., 20 Uhr, Dom, mit Preisvergabe durch Jury und Publikum!)

In den „Geistlichen Morgenmusiken“ (täglich jeweils 10 Uhr, Dom bzw. St. Marien) stehen die ersten Kantaten Bachs im Mittelpunkt, die nach italienischem Vorbild Re-zitativ und Arie in den Aufbau einbeziehen. Das Italien-Musik-Angebot der Bachwo-che bietet auch Romantisches mit dem ergreifenden Verdi-Requiem (1.6., 20 Uhr, Dom), Mendelssohns „Italienischer Sinfonie“ (30.5., 20 Uhr, Dom) und Rossinis „Petite messe solenelle“ (31.5., 16 Uhr, Kirche Wieck). Neue Musik bietet das „Prime Recorder Ensemble“ unter Leitung von Antonio Politano (29.5., 16 Uhr, Aula der Universität). Hierbei gibt es sogar eine Uraufführung!

Ein Höhepunkt, den sich kein Liebhaber der Barock-Musik entgehen lassen sollte, ist das Cembalo-Konzert mit Andreas Staier, einem internationalen Star der „Alten Musik“ (29.5., 20 Uhr, St. Jacobi)!

Für Nachtschwärmer gibt es vom 27.5. bis zum 31.5. zu jeder Mitternacht Cellomu-sik: Bachs Cellosuiten und italienische Kompositionen und am 1.6. um Mitternacht ein Orgelkonzert mit dem italienischen Organisten Ruggero Livieri (jeweils im Dom). Für Kinder gibt es wieder zwei Kinderkonzerte „Johann Sebastian lernt Italienisch“ (30.5., 11.30 Uhr und 15 Uhr, St. Jacobi) und für Jugendliche das Tanzprojekt „Aen-eis“ (1.6., 12 Uhr, Dom), außerdem für Freunde von funkigem Jazz: Falk & Sons mit „Celebrate Bach“ (1.6., 22 Uhr, St. Jacobi).

Die insgesamt 44 Veranstaltungen, davon 23 kartenpflichtige Konzerte – alles andere ist kostenlos für jedermann! - sind im Detail nachzulesen
auf www.greifswalder-bachwoche.de.

Sie können in Greifswald Hotel direkt buchen.

Reinhard Lampe / Rainer Höll

Foto: © Rainer Neumann

Datum: 23.05.2013

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