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Mit der Khersones auf Ostsee-Törn

Fern am Horizont erscheint ein hoher Dom aus prall gefüllten Segeln. Vor der mecklenburgischen Küste kündigt sich die Khersones an. Eine Woche auf dem dreimastigen Großsegler steht bevor: Segeln, Sport und gemeinsames Leben an Bord.

Segelschulschiff 'Khersones' (Foto: Lutz Zimmermann/www.inmaris.de) Segelschulschiff 'Khersones' (Foto: Lutz Zimmermann/www.inmaris.de)

Das Segelschulschiff wurde 1989 in Danzig gebaut; Rosmorport nennt eine Länge von 108,6 Metern einschließlich Bugspriet und den Schulschiffbetrieb von 1991 bis 2006.

Einsteigen und an Bord lernen

Das Wetter verspricht eine gemütliche Überfahrt. Verschmitzt blinzelt die Sonne durch weiße Wattewolken, die Mecklenburger Bucht glänzt im Morgenlicht. Glücklich klettern die Mitsegler auf „ihre“ Khersones. Darunter sind ehemalige Trainees, die vor dem Umbau noch in kargen Zwölfer-Schlafsälen genächtigt hatten. Nun erwarten sie die geräumigen Kabinen und das warme maritime Ambiente. An der achteren Gaffel flattert ungeduldig das Blau-Gelb der Ukraine; im Vortopp weht Schwarz-Rot-Gold.

In den Rahen (Foto: Lutz Zimmermann/www.inmaris.de)Ute, Studentin der Slawistik und deutsche Verbindungsoffizierin an Bord, bittet ihre Segelschützlinge zum Unterricht: Was sein muss, muss sein. Allgemeines Verhalten an Bord, Sicherheitsregeln an Deck und im Mast, Grundlagen der Seemannschaft und die wichtigsten Handgriffe beim Setzen und Bergen der Segel stehen auf dem Lehrplan. Alles ist freiwillig; Ute ist mit Motivation und Lerneifer ihrer Gruppe zufrieden.

Segel setzen und die Rahen erklimmen

Nach einer gemütlichen Nacht und einem stärkenden Frühstück bläst die frische Brise alle munter. Wer als aktiver Trainee zupacken möchte, findet sich am Mast ein. Noch geht es an den Leinen unkoordiniert zu: Alle ziehen an einem Tampen, doch jeder in eine andere Richtung. Ein ukrainischer Segelmeister erklärt, wann welcher Handgriff nötig ist. Die erfahrene Stammcrew entert flink auf und löst die Segel von den Rahen. Als sich das 3.000 Quadratmeter große Tuch bläht, sind die Mitsegler beeindruckt.

Nur einige Segelerfahrene dürfen auf die Rahen klettern. Bis zur fast zwanzig Meter hohen Marssaling steigen sie unter Anleitung und mit Sicherheitsgurten. „Super!“, finden die Wantenkletterer den Ausblick und das ungewohnte Höhengefühl. Die nächsten Wenden und Halsen klappen schon recht ordentlich.

Kadett am Sechstanten (Foto: Ecker Yachting/www.inmaris.de)Auf der Navigationsbrücke üben einige mit Zirkel, Lineal und Bleistift an der Seekarte. Gerd aus Eckernförde will wissen, ob die eigene Position stimmt, und zeigt das Ergebnis stolz seiner Frau Heidi. Sie genießt die Windjammerromantik ohne selbst mitzuarbeiten; ihr Mann hilft beim Deckschrubben, Malen und Steuern. Zusehen und Zupacken gehören für beide zum Bordleben.

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Bornholms Küste und die Rückkehr

Windbedingt pendelt die Khersones zwischen den Kreidefelsen von Møn, Bornholms Felsküste und der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Vom Mast schweift der Blick über die Ostsee und das Hinterland: auf Hiddensee leuchtet der Dornbusch-Leuchtturm, am Darßer Ort steht eine weitere Landmarke. Hammershus ist eine Burgruine; Hammeren Fyr auf dem Hochland und Hammerodde Fyr am nördlichen Punkt Bornholms sind getrennte Leuchttürme.

Nach vielen Segelmanövern nimmt die Khersones wieder Kurs auf Warnemünde. Die Uferpromenade füllt sich, als das Schiff einläuft. „Schade!“, finden die Mitsegler, als es ans Abschiednehmen geht. Aus Trainees und Urlaubern ist eine Bordgemeinschaft geworden. Peer Schmidt-Walthers Fazit ihrer gemeinsamen Tage klingt nach: „Khersones muss sein!“

Wer die berührten Küstenorte weiter erkunden möchte, findet auf Bornholm Informationen zu Hasle und Allinge-Sandvig. Die Übersicht Vorpommern-Rügen ordnet die deutsche Küste ein. Weitere Ostsee-Erlebnisse erzählen die Kreuzfahrt-Geschichten, darunter Bike and Sailing auf der Meander.

Text: Peer Schmidt-Walther. Fotos: Lutz Zimmermann (2), Ecker Yachting (1), www.inmaris.de. Weiterführende Buchangabe: Erlebnis Kreuzfahrten.