Naturerbe Zentrum Rügen

Hauptgebäude mit Adlerhorst im Hintergrund Hauptgebäude mit Adlerhorst im Hintergrund
(4) Bewertungen: 2

Einer der geschichtsträchtigsten Orte der Insel Rügen ist Prora auf der Schmalen Heide. Der schmale Landstreifen trennt die Prorer Wiek der Ostsee vom Kleinen Jasmunder Bodden, einem der vielen Boddengewässer Rügens. Bekannt ist dieser Ort vor allem durch den Koloss von Prora, vier Kilometer lange monströsen Bauten, die im Dritten Reich einmal bis zu 20.000 KdF-Urlaubern Platz bieten sollten. Nach dem Krieg wurde der Gebäudekomplex samt des umliegenden Geländes durch die NVA militärisch genutzt.
Diese ehemalige militärische Liegenschaft wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) übernommen. Auf keiner dieser Flächen mit vergleichbarem Besucherpotenzial sind die drei landschaftsprägenden Ökosysteme Wald, Offenland und Feuchtgebiete auf so engen Raum in ihrer Einzigartigkeit zu erleben wie auf der DBU Naturerbefläche Prora. Das war Anlass für die Entstehung des „Adlerhorstes“.

Einzigartiger Anziehungspunkt

Mitte Juni 2013 wurde nun auf Initiative der DBU Naturerbe Gmbh ein Informationspunkt errichtet, der seinesgleichen im Ostseeraum sucht – der „Adlerhorst“. So wird das Naturerbe Zentrum Rügen im Volksmund und auch inoffiziell bezeichnet, denn die äußere Form erinnert daran.
Zunächst beginnt der Weg nach oben auf einem Baumwipfelpfad auf eine Höhe von 10 Metern. Barrierefrei mit einer Steigung von höchstens 6% und bei einer maximalen Höhe von 17 Metern windet sich der Baumwipfelpfad und erreicht am Fuße des Adlerhorstes eine Höhe von 42 Metern über dem Meeresspiegel.

Dort beginnt der Turmkonstrukt, der in der Form seiner Kuppel einem Adlerhorst nachempfunden ist. Immer barrierefrei windet sich die Rampe im Inneren des Turms über eine Länge von mehr als 600 m zur Aussichtsplattform in 40 Metern Höhe über dem Boden und überragt dabei die mächtige Buche im Inneren des Turmes um ganze 12 Meter. Erstaunlicher Weise hat der Aufsteigende kaum das Gefühl, sich anstrengen zu müssen. Im Turm wie auch auf dem Pfad finden sich verschiedene didaktische Stationen und Exponate, die sich mit natürlicher Walddynamik und biologischer Vielfalt befassen.


 

Einblick und Ausblick

Der gesamte Aufstieg ermöglicht einen ungewohnten Einblick in die Höhenlagen der umstehenden Bäume. Aus einer Höhe von 82 Metern über dem Meeresspiegel eröffnet sich dann von der Spitze aus ein grandioser Ausblick auf die Naturerbefläche Prora, die Boddenlandschaft, das Ostseebad Binz, sowie das Biosphärenreservat Südostrügen und den Nationalpark Jasmund. Zu Füßen des Pfades liegt das ehemalige Forsthaus Prora und das neu geschaffene Informationszentrum, welches sich mit seinem begrünten Dach harmonisch in die Kulisse einfügt. Nach insgesamt 1.200 Metern Weglänge geht es über einen Abstiegsturm zurück zum Informationszentrum mit Ausstellungsbereich für Dauer- und Wechselausstellung, drei multifunktionale Seminarräume sowie die Gastronomie des Zentrums.

Erlebnis Ausstellung

In der 600 qm großen Dauerausstellung wird ein erlebnisorientiertes Ausstellungskonzept umgesetzt, das die Themen Naturerbe, Feuersteinfelder, Biologische Diversität und Zukunft Nachhaltigkeit aufnimmt und dort kurzweilig darstellt. Auf- und Abstieg, das Erlebnis Baumwipfel und schließlich die Informationen der zum Teil interaktiven Ausstellung stellen ein Erlebnis dar, auf das kein Rügen-Urlauber verzichten sollte.

Kontakt
Naturerbe Zentrum RÜGEN
Forsthaus Prora 1
18609 Ostseebad Binz / OT Prora
Telefon: 038393 / 66 22 00

Lage: Im Straßendreieck Binz-Prora-Karow

Öffnungszeiten
Mai – September 9:30–19:30 Uhr
April & Oktober 9:30–18:00 Uhr
November – März 9:30–17:00 Uhr
Das Naturerbe Zentrum RÜGEN ist ganzjährig geöffnet (außer am 24. Dezember).
Letzter Einlass ist eine Stunde vor Ende der Öffnungszeiten.

 

Foto: © Natur Erbe Zentrum (1), nordlicht verlag

Deine Meinung

Bewertung (5 ist super, 1 ist nicht so toll):  

Kommentar (0)

Keine Kommentare

Werbung

Folgen auf Facebook oder Google+

 


News

"Kein Lärm Meer"
Immer mehr gelangt das Thema Umweltschutz auf ganz konkrete Weise in das Bewusstsein der Allgemeinheit. Das mittlerweile mehr als zehn Jahre alte Ozeaneum in Stralsund startet mit einem Schwerpunktthema, das jeden berührt. Es widmet sich vom 4. Juli an der Lärmverschmutzung im Meer, denn auch Lärm gilt als Umweltverschmutzung.
Die Tallinn Card
Die Republik Estland ist insgesamt ein immer beliebter werdendes Touristenziel an der Ostsee. An vorderster Stelle steht immer noch die traditionsreiche Hauptstadt Tallinn, die in diesem Jahr ihr 800-jähriges Bestehen feiert. Die Tallinn Card gestaltet den Aufenthalt komfortabler und erleichtert die Bewegung innerhalb der Stadt.
Kunst und Nationalstolz – das estnische Liederfest
Estland stand wie die Nachbarstaaten Lettland und Litauen lange unter russischer Herrschaft. Das Massensingen gibt es dort seit 1869 als Ausdruck des Strebens nach Unabhängigkeit. Bis heute ist diese Tradition bewahrt worden und hat sich zu einem weltweit beachteten Ereignis entwickelt.

Wellness-Anbieter und Wellness-Hotels an der Ostsee (Foto: pixelio.de)

Ostsee-Hotels (Foto: Simone Peter/pixelio.de)