Wustrow auf dem Fischland
Das Ostseebad Wustrow auf dem Fischland liegt an einer schmalen Landzunge zwischen offener Ostsee und Saaler Bodden. Ein Besuch lässt sich gut in zwei Seiten aufteilen: Seebrücke, Strand und Küstenwald am Meer sowie Kirche, Fischlandhaus und Hafen am Bodden.
Seebrücke Wustrow
Foto: © Freya Meschede / pixelio.de
Kurzfakten zu Wustrow auf dem Fischland
- Lage: Das Ostseebad liegt auf dem Fischland; es ist nicht das namensgleiche Wustrow bei Rerik.
- Seebrücke: Die heutige Brücke ist 240 Meter lang, barrierefrei zugänglich und gibt den Blick entlang der Küste frei.
- Kirche: Die Fischländer Kirche besitzt eine Aussichtsgalerie in 18 Metern Höhe und zeigt Schiffsmodelle aus der Seefahrtsgeschichte.
- Boddenhafen: Der Fischländer Hafen liegt am Westufer des Saaler Boddens; von hier starten Zeesboot- und Fahrgastschifffahrten.
- Kultur: Das denkmalgeschützte Fischlandhaus in der Neuen Straße 38 beherbergt Bibliothek, Galerie und Veranstaltungen.
Seebrücke, Strand und Kirche
Die Wustrower Seebrücke führt 240 Meter in die Ostsee. Von dort reicht der Blick über Strand und Steilküste bis in Richtung Warnemünde; am Brückenanfang erinnert die Sandsteinskulptur „Swantewit“ an die frühe Ortsgeschichte. Die Brücke ist barrierefrei zugänglich und eignet sich als kurzer Spaziergang, ohne dass daraus gleich eine längere Strandwanderung werden muss. Im Sommer werden an der Seebrücke Konzerte veranstaltet, und das Seebrückenfest findet am letzten Sonntag im August statt.
Nur wenige Wege vom Strand entfernt steht die Fischländer Kirche. Der gotische Taufstein aus französischem Kalksandstein gehört zu ihrem ältesten Inventar. Drei Schiffsmodelle im Kirchenraum erinnern an Seeleute aus Wustrow, die Nachbauten ihrer Schiffe stifteten. Der Turm ist ein weithin sichtbares Seezeichen; seine Aussichtsgalerie liegt 18 Meter hoch und eröffnet einen Blick über Bodden, Land und Meer. Wer die schmale Landzunge verstehen möchte, erkennt von dort aus, wie nah Ostseeküste und Boddenseite beieinander liegen.
Die Kirche ist damit mehr als ein historisches Bauwerk: Sie erklärt, weshalb Seefahrt lange zum Alltag des Fischlandes gehörte. Auch die einstige Seefahrtschule und die Kapitäns- und Schifferhäuser zeugen von der maritimen Geschichte des Ortes. In den Straßen fallen außerdem reetgedeckte Katen, alte Lindenalleen und Bauerngärten auf. Für einen Ortsbummel sind Neue Straße und die Wege hinunter zum Hafen eine gute Ergänzung zur Strandseite.
Fischlandhaus und Ortsgeschichte
Das Fischlandhaus in der Neuen Straße 38 ist ein denkmalgeschütztes Hochdielenhaus, eine typische Bauform der Region. Das ungefähr 200 Jahre alte Gebäude beherbergt eine kleine Bibliothek und eine Galerie. In den Ausstellungsräumen wechseln Arbeiten mit regionalem Bezug; außerdem finden Konzerte und Lesungen für Erwachsene und Kinder statt. Dadurch passt das Haus gut als Kulturstation zwischen Kirche und Boddenhafen. Es ist kleiner als ein großes Museum, bietet dafür aber unmittelbaren Ortsbezug und wechselnde Einblicke in das heutige Kulturleben.
Wustrow war einst eine Insel, bevor sich am Ende des 14. Jahrhunderts eine Landverbindung zum Festland bildete. Der Name wird als „Swante Wustrow“ gedeutet, also „Heilige Insel“. Der historische Wandel der Landform ist an der Aussicht vom Kirchturm gut nachzuvollziehen. Die Seefahrtsschule wurde 1846 gegründet und prägte Wustrows maritime Berufsausbildung; die maritime Ausbildung am Ort endete 1992. Diese Geschichte ist im Ortsbild präsent, ohne dass der heutige Besuch nur aus historischen Häusern besteht: Strand, Hafen, Galerien und Wege am Bodden haben jeweils einen eigenen Schwerpunkt.
Fischländer Hafen und Boddenausflug
Der Fischländer Hafen liegt am Westufer des Saaler Boddens und unterscheidet sich klar von der Ostseeseite. Hier stehen Zeesboote, Segelschule und Wasserwanderrastplatz im Mittelpunkt; rund um den Hafen liegen außerdem Fischräucherei und Restaurants. Die Liegeplatzanlage umfasst 130 Plätze, darunter Gastliegeplätze. Der Hafen ist ein guter Startpunkt für eine Radtour oder einen Uferspaziergang und bietet einen Wechsel von Brandung und Strand zu ruhigem Boddenwasser.
In der Saison fahren traditionelle Zeesboote zu Segeltörns auf dem Bodden. Ein Törn dauert etwa anderthalb Stunden; für die Teilnahme melden Sie sich vorab beim Skipper an. Wer lieber an Land bleibt, kann am Hafen Schiffe, Kirche und den Ortsteil Barnstorf als zusammenhängende maritime Kulisse wahrnehmen. Die Boddenseite eignet sich besonders, wenn Sie Wasseraktivität oder Seefahrtsgeschichte suchen; für Sandstrand und weite Sicht zur See ist die Seebrücke die passendere Station.
Wustrow als Etappe auf dem Fischland
Der Ort liegt zwischen mehreren unterschiedlichen Besuchszielen. Nördlich schließen sich Ahrenshoop mit Kunstmuseum und Steilküste sowie Born am Rand des Darßwaldes an. Südlich beginnt mit Dierhagen der Zugang zur Halbinsel von der Festlandsseite; wer die Landschaft westlich der Halbinsel ergänzt, findet in Graal-Müritz Seebrücke, Rhododendronpark und Rostocker Heide.
Eine Übernachtung in Wustrow auf dem Fischland passt besonders, wenn Sie morgens zur Seebrücke gehen oder den Fischländer Hafen als Ausgangspunkt für eine Boddenetappe nutzen möchten.
Häufige Fragen zu Wustrow auf dem Fischland
Wie lassen sich Boddenhafen und Strand verbinden?
Ostseestrand und Fischländer Hafen liegen auf gegenüberliegenden Seiten der schmalen Landzunge. Wustrow eignet sich deshalb, um an einem Aufenthalt sowohl Seebrücke und Meer als auch Hafen und Bodden kennenzulernen; die beiden Uferbereiche sind unterschiedliche Ortsziele.
Was kann man am Fischländer Hafen unternehmen?
Der Hafen ist Ausgangspunkt für Zeesbootsegeln und Boddenfahrten. Ein Zeesboot-Törn dauert ungefähr anderthalb Stunden; außerdem gibt es eine Segelschule, Bootsangebote und Einkehrmöglichkeiten in Hafennähe.
Was zeigt die Aussichtsgalerie der Kirche?
Von 18 Metern Höhe sieht man Bodden, Land und Ostsee. Die Galerie macht besonders anschaulich, wie schmal das Fischland hier zwischen den beiden Gewässern ist.