Audru: Kirche, Museum und Park
Unterkünfte in Audru
Für eine Reise nach Audru lassen sich mehrere unterschiedliche Schwerpunkte abwägen: eine erhaltene Steinkirche aus dem 17. Jahrhundert, ein Altarbild, ein Museum im ehemaligen Herrenhauskomplex, Park und Arboretum sowie die Geschichte eines Polders. Wenn Sie Bau- und Kirchengeschichte, historische Landwirtschaft, ruhige Zeit im Park oder die Geschichte des Hochwasserschutzes bevorzugen, eröffnen diese Themen verschiedene Perspektiven auf Audru.
Kirche und Altarbild
Die heutige Steinkirche wurde 1680 anstelle der alten Holzkirche errichtet und ist bis heute erhalten. Sie wurde im selben Jahr fertiggestellt und zählt zu den wenigen erhaltenen ländlichen Kirchen Estlands aus dem 17. Jahrhundert. Der Wechsel vom Holz- zum Steinbau gehört ebenso zu ihrer Geschichte wie diese Einordnung. So verbindet sich die Geschichte eines konkreten Gebäudes mit seiner seltenen Stellung unter den ländlichen Kirchen Estlands.
Das heutige Altarbild der Audru-Kirche malte Gustav Biermann 1873 in Berlin. Die Gutsherrin Pilar von Pilchau stiftete das Werk; dargestellt ist Christus am Kreuz. Damit tritt neben die Baugeschichte ein eigener kunsthistorischer Schwerpunkt. Wenn Sie sich eher für sakrale Kunst als für Bauformen interessieren, bietet das Altarbild einen anderen Zugang zur Kirchengeschichte: Maler, Stifterin und Motiv sind konkret benannt.
Museum, Herrenhauspark und Arboretum
Das Audru Museum wurde 1996 gegründet und befindet sich in zwei Gebäuden des ehemaligen Audru-Herrenhauskomplexes. Im Außenbereich zeigt es historische landwirtschaftliche Geräte und Fahrzeuge, darunter eine Dreschmaschine. Damit steht hier ein anderer Themenbereich im Vordergrund als in der Kirche: Landwirtschaftsgeschichte statt Kirchenbau und Altarbild. Die Dreschmaschine ist ein konkretes Beispiel aus dem Außenbereich; daneben gehören auch Fahrzeuge zur gezeigten Sammlung.
Zum Audru-Herrenhauskomplex gehört auch der Audru Manor Park, der Komplex wurde im 19. Jahrhundert angelegt. Der Park eignet sich für ruhige Spaziergänge und Picknicks. Für einen anderen Schwerpunkt als Museumssammlung und Kirchenkunst lässt sich hier die ruhige Zeit im Freien in den Blick nehmen. Der Park verbindet so den historischen Zusammenhang des Herrenhauskomplexes mit einer ausdrücklich beschriebenen Nutzung für Spaziergänge und Picknicks.
An der Audru-Kirche wurde zwischen 1970 und 1996 von dem estnischen Forstwissenschaftler Raimond Erik Prentsel ein Arboretum angelegt. Es ergänzt die ältere Kirchengeschichte um einen botanischen Schwerpunkt aus jüngerer Zeit. Aufgrund der Anzahl und Größe seiner nicht heimischen Arten zählt es zu den einzigartigsten Arboreten im Baltikum und in den nordischen Ländern. Im zeitlichen Vergleich liegen die Anlage des Arboretums und die Geschichte der Kirche weit auseinander: Die Steinkirche stammt aus dem 17. Jahrhundert, die Anlage des Arboretums erfolgte zwischen 1970 und 1996. Wer sich für Bäume und nicht heimische Arten interessiert, findet damit ein anderes Thema als Kirchenkunst oder historische Landwirtschaft.
Der Audru-Polder
Auch der Audru-Polder ergänzt die Kultur- und Museumsthemen um die Geschichte einer Anlage zur Verhinderung von Überschwemmungen. Er war Estlands erster Polder und wurde 1938 zu diesem Zweck angelegt. Sein historischer Ausgangspunkt unterscheidet sich damit von Kirche, Museum und Arboretum: Hier steht nicht ein Bauwerk, eine Sammlung oder eine Pflanzenanlage im Vordergrund, sondern der Hochwasserschutz als Zweck der Anlage. Zusammen mit den Kultur- und Naturthemen hilft dieser Unterschied, Audru nach den eigenen Interessen auszuwählen, statt alle Orte auf dieselbe Art zu betrachten.
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