Uelitz entdecken: Kirche und Dorfgeschichte
Unterkünfte in Uelitz
Uelitz erschließt sich besonders über seine Dorfgeschichte und die barocke Backsteinkirche, die zu den historisch bedeutendsten Bauten des Ortes zählt. Auch die noch erkennbare Anordnung von zwölf Gehöften um die Kirche macht die Ortsstruktur zu einem eigenen Thema. Wenn Sie Reiseziele gern über Baugeschichte, sakrale Kunst und musikalische Tradition kennenlernen, finden Sie in Uelitz mehrere konkrete Anknüpfungspunkte. Im weiteren regionalen Rahmen kommen Natur und Routenangebote hinzu.
Vom Dorf im Mittelalter zur barocken Kirche
Uelitz ist erstmals 1218 in einer Urkunde erwähnt. Darin verkauften die Grafen von Schwerin das Dorf an das Zisterzienserkloster Reinfeld in Holstein. Diese frühe Erwähnung gehört zur Geschichte des Dorfes; die Kirche entstand deutlich später: Sie wurde von 1747 bis 1750 als Backsteinkirche erbaut. Die zeitliche Einordnung hilft, Ortsgeschichte und Baugeschichte auseinanderzuhalten, ohne sie voneinander zu trennen.
Im Inneren treffen verschiedene künstlerische Arbeiten aufeinander. Die Kanzel ist ein Original aus der Bauzeit, vermutlich um 1747. Sie ist mit den vier Evangelisten, ihren Attributen und Bibelzitaten verziert. Die Deckenmalerei stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde 2007 restauriert. Der Altar setzt einen späteren Akzent: Das neugotische Schnitzwerk entstand im 19. Jahrhundert und umfasst ein geschnitztes Kruzifix von Siegfried Güstrow aus dem Jahr 1889. Diese unterschiedlichen Entstehungszeiten geben der Kirche mehrere kunsthistorische Bezugspunkte.
Glocken und Friese-Orgel
Auch die Glocken stammen aus verschiedenen Jahrhunderten. Die große Glocke geht auf den Anfang des 14. Jahrhunderts zurück. Sie hat einen Durchmesser von 97 Zentimetern; am Rand befinden sich elf kleine Bildchen. Die kleinere zweite Glocke wurde 1932 gegossen und trägt keine nationalsozialistischen Zeichen. Beide Glocken lassen sich so anhand ihrer Entstehungszeit und ihrer jeweils eigenen Gestaltung unterscheiden.
Ein weiteres besonderes Stück ist die mechanische Friese-Orgel. Sie wurde 1894 erbaut und ist vollständig im Originalzustand erhalten. Zugleich gilt sie als vorletztes Instrument aus der Werkstatt Friedrich Friese (Friese III) und als letzte von ihm selbst eingebaute Orgel. Im Jahr 2000 wurde das Instrument saniert. Es kann in Gottesdiensten sowie bei Konzerten gespielt werden. Für Reisende mit Interesse an Orgelbau und Musikgeschichte verbindet die Orgel damit eine konkrete Werkstatttradition mit ihrer Nutzung in der Kirche.
Dorfstruktur und weitere Reiseinteressen
Die historische Dorfstruktur umfasst zwölf Gehöfte, deren Anordnung um die Kirche noch heute erkennbar ist. Das Pfarrhaus-Ensemble in Uelitz stammt aus den Jahren nach 1786. Zusammen geben diese Angaben unterschiedliche zeitliche Bezugspunkte für den Blick auf das Dorf: die mittelalterliche erste Erwähnung, die Kirche des 18. Jahrhunderts und das spätere Pfarrhaus-Ensemble. Die Pfarrscheune wurde als Station eines Pilgerwegs ausgebaut, der auch für Radfahrer und andere Touristen geeignet ist. Damit ist neben dem Interesse an Bau- und Kirchengeschichte auch ein Bezug zu Pilgerreisen und Radreisen Teil des örtlichen Reisebildes.
Im übergeordneten Reisegebiet liegt die Lewitz, eine 1.600 Hektar große, wasserreiche Region, die als Deutschlands größte zusammenhängende Wiesenlandschaft gilt. Sie ergänzt den kulturhistorischen Blick auf Uelitz um einen Naturbezug. Für die Orientierung im weiteren regionalen Umfeld ermöglicht die „EntdeckerROUTEN“-App zu Fuß und mit dem Rad GPS-gestützte Navigation auf acht Routen in der Region Ludwigslust. Die App-Routen und die Station des Pilgerwegs sind unterschiedliche Anknüpfungspunkte für aktive Reiseinteressen.
Für weitere Ortsseiten können Sie auch Warlow, Leussow, Lübesse, Rastow, Göhlen, Lüblow, Sülstorf und Wöbbelin aufrufen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Ludwigslust-Land.