Aseri
Unterkünfte in Aseri
Aseri verbindet eine wenig gegliederte Küste mit einer ungewöhnlich deutlich dokumentierten Industriegeschichte. Bei der Ortswahl stehen damit zwei unterschiedliche Reiseeindrücke nebeneinander: die von Wellen ausgewaschenen Kieswälle und wenigen Sandstrände an der Küste bei Aseri sowie die Spuren einer mehr als hundertjährigen Baustoffindustrie.
Küste und Wege durch unterschiedliche Landschaften
Eine besonders abwechslungsreiche Möglichkeit, die Landschaft kennenzulernen, ist die Wanderung an der Steilküste zwischen Aseri und Kalvi. Sie führt unterhalb und oberhalb der Steilküste durch einen von Quellwasser gespeisten Klippenwald und anschließend über offene Wacholderheiden. Von dort ergeben sich weite Ausblicke auf den Finnischen Meerbusen. Die Wanderung führt somit in wechselnder Höhe an der Steilküste entlang und verbindet Wald, Heide und Meerblick auf einer einzigen Strecke. Die Strecke ist ungefähr 10 Kilometer lang; einschließlich Pausen dauert die Wanderung 4 bis 5 Stunden.
Die Wegbedingungen gehören zu den wichtigen Unterschieden dieser Tour. Das Gehen auf Steinen am Meer und das Klettern über Bäume können schwierig sein. Empfohlen werden deshalb festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung. Wer diese Wanderung einplant, sollte die Angaben zu Länge und Dauer zusammen mit dem Wechsel zwischen Wald, Steilküste und offenen Heiden betrachten.
Eine weitere Route ist der Aseri–Mahu Forest Trail. Er verläuft über Aseri, Kalvi, Kurna, Koila und Mahu und nutzt asphaltierte Straßen ebenso wie Schotter- und unbefestigte Wege. Im Landschaftsschutzgebiet Aseri führt der Trail durch geschützte Küstenvegetation. Je nach Gelände wechseln sich Klippenwälder, Sumpfwälder und trockene Kiefernwälder ab. Der Trail verbindet damit unterschiedliche Wegetypen mit Klippenwäldern, Sumpfwäldern und trockenen Kiefernwäldern. Damit beschreibt die Route nicht nur eine Verbindung mehrerer Orte, sondern auch einen Wechsel verschiedener Waldlandschaften.
Industriegeschichte im Ortsbild
In Aseri besteht seit hundert Jahren eine Baustoffindustrie. Die Aseri-Zementfabrik wurde zwischen 1899 und 1905 errichtet und nahm 1902 ihre erste Produktion auf. Vor dem Gemeindehaus steht ein Stein mit der Aufschrift „Aseri 1899“; diese Jahreszahl bezeichnet das Anfangsjahr der Zementfabrik.
Zur historischen Industrielandschaft gehören erhaltene Gebäude der ehemaligen Aseri-Zementfabrik, darunter das Drehofengebäude und das Silogebäude. Die Schornsteinruinen der Aseri-Zementfabrik sind als Kulturdenkmäler anerkannt. Ebenfalls erhalten ist eine aus Kalkstein errichtete Eisenbahnbrücke mit elliptischem Tonnengewölbe. Die Bahnstrecke Sonda–Aseri diente vor allem dazu, die Erzeugnisse der Zementfabrik zur großen Eisenbahnstrecke Tallinn–Narva zu befördern. Die Bahnstrecke verband damit die lokale Fabrikproduktion mit dem überregionalen Netz der Strecke Tallinn–Narva.
Auch die Bildungsgeschichte des Ortes ist mit dieser Entwicklungsphase verbunden. Die erste Schule von Aseri nahm am 1. November 1905 als zweiklassige Privatschule mit russischer Unterrichtssprache den Betrieb auf. Bis 1922 wurde sie von der Aktiengesellschaft „Asseriin“ unterhalten. An der Wand des ersten Schulhauses von Aseri wurde eine Gedenktafel enthüllt.
Zur ergänzenden regionalen Orientierung gehören auch Narva-Jõesuu, Jõhvi, Valaste, Kuremäe, Kohtla-Järve, Mäetaguse, Narva und Avinurme.
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