Naissaar: Leuchtturm, Militärgeschichte und Inselwege

Naissaar ist ein Inselziel, bei dem Reisezeit und Fortbewegung den Besuch wesentlich prägen. Eine ganzjährige Schiffsverbindung gibt es nicht; von Mai bis September sind mehrere Anbieter tätig. Auf der Insel wird empfohlen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, da es weder Buslinien noch ein bestellbares Taxi gibt. Diese Rahmenbedingungen gehören daher ebenso zur Reiseentscheidung wie die historischen und kulturellen Ziele.

Anreise und Wege auf der Insel

Wer Naissaar auswählt, sollte die saisonale Verbindung und die Mobilität vor Ort gemeinsam betrachten. Radfahren ermöglicht längere Ausflüge und führt auch an Orte, die mit dem Auto nicht erreichbar sind. Im Winter werden die Wanderwege zu Skiloipen. Dadurch verändert sich die Art, wie Sie die Insel erkunden können, je nach Jahreszeit deutlich, ohne dass sich daraus eine Aussage über Schneeverhältnisse ableiten lässt.

Für Gruppen ab 10 Personen werden auf Naissaar Ausflüge mit einem Kastenwagen angeboten. Je nach Route dauern diese etwa 2 bis 2,5 Stunden. Eine Führung kann auf Estnisch, Englisch, Russisch oder Finnisch bestellt werden.

Leuchtturm, Kapelle und historische Spuren

Der aktuelle Stahlbetonturm von Naissaar Lighthouse wurde 1960 fertiggestellt und ist 45 m hoch. Von dort aus sind die bewaldete Insel im Süden und die Silhouette Tallinns sichtbar. Bei klarer Sicht ist im Norden außerdem die Küste Finnlands zu sehen. Der Leuchtturm verbindet damit ein konkretes Bauwerk mit einem weitreichenden Blick auf die Umgebung.

St. Mary's Chapel of Naissaar ist eine Holzkirche, die 1938 geweiht wurde. Sie gilt als bedeutendes Beispiel der estnischen Kirchenarchitektur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In der Kapelle finden einmal im Monat und an kirchlichen Feiertagen Gottesdienste statt. Für kulturinteressierte Besucher ist sie damit nicht nur ein historisches Gebäude, sondern auch ein Ort mit regelmäßigem kirchlichem Leben.

Eine weitere historische Spur ist die Batterie 10B. Sie bestand aus zwei Betonunterbauten für drehbare Panzertürme und einem 15 m hohen Kommandoposten. Der Kommandoposten wurde fertiggestellt, und die Geschütze wurden installiert.

Militärmuseum und Veranstaltungen

Die Ausstellung im Naissaar Military Museum behandelt die Geschichte und Entwicklung von Seefestungen, die Rolle der Insel in Verteidigungssystemen verschiedener Epochen sowie das Leben der örtlichen Bevölkerung in schwierigen Zeiten. Gezeigt werden unter anderem Granatsplitter, Waffendetails, Fotografien, sowjetische Armeeausrüstung und sowjetische Propagandadrucke. Das Museum richtet den Blick damit sowohl auf technische und militärische Aspekte als auch auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung.

Im Naissaar Visitor Centre finden im Laufe des Jahres Gemeinschafts- und Kulturveranstaltungen statt. Wer den Besuch nicht ausschließlich auf Landschaft und Wege ausrichten möchte, findet dort somit einen weiteren dokumentierten Anknüpfungspunkt für die kulturelle Seite der Insel.

Wenn Sie für Ihre Reiseauswahl weitere Orte betrachten möchten, finden Sie außerdem Randvere, Muuga, Kelnase, Äigrumäe, Rohuneeme, Lääneotsa und Viimsi.

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