Akupunktur bis Ayurveda

Akupunktur (Foto: Dr. Jerzy Dyczynski) Akupunktur (Foto: Dr. Jerzy Dyczynski)

Akupunktur
Diese Behandlung durch Stechen feiner Nadeln in die Haut wurde vor etwa 2500 Jahren in China entwickelt. Sie beruht auf der Annahme von körperlichen Leitbahnen (Meridiane), entlang derer 361 Akupunkturpunkte lokalisiert wurden. Dadurch werde der Energiefluss (Qi) beeinflusst. Im 17. Jahrhundert kam die Akupunktur nach Europa. Heute ist sie als Therapie von Rücken- und Knieschmerzen auch von den Kassen anerkannt.

Die Behandlung dauert etwa 30 Minuten und sollte mit nicht mehr als 16 Nadeln geichzeitig durchgeführt werden. Eine verstärkte Wirkung soll durch Moxabehandlung, d.h. durch Abbrennen von kleinen Mengen Beifuß auf den Nadeln, erreicht werden. Die Wirkungsweise wird auf zwei Ebenen beobachtet. Neben der Unterbrechung der Schmerzinformation an das Gehirn erfolgt auch Schmerzlinderung und Immunstimulierung. Ähnliche Wirkung wird von der Akupressur erwartet, wo die entsprechenden Punkte nur massiert werden.

Anti-Aging
Diese „Maßnahmen gegen das Altern“ propagieren neben genetisch geprägten Ansätzen die sogenannten Verschleiß-Theorien, um durch gesundheitsbewusstes Leben die persönliche Lebenserwartung zu erhöhen. Ziel ist es, beim sogenannten biologischen Alter das kalendarische Alter zu unterschreiten. Das biologische Lebensalter umfasst den Zustand der Körperzellen und Blutgefäße, Potenz, Kurzzeitgedächtnis, Elastizität der Lungen und allgemeines Erscheinungsbild.

Das Anti-Aging-Konzept entspricht im Wesentlichen den Zielsetzungen der klassischen Präventivmedizin, also um die Anleitung zu einem gesunden Lebensstil, wie auch im Wellness-Konzept verankert. Um das biologische Alter zu beeinflussen, werden vier Anti-Aging-Strategien angewendet: Bewegung, Ernährung, mentale Techniken und Hormontherapie. Das Modell basiert auf Früherkennung, Vorsorge und dem Umsteuern von altersbedingten Krankheiten.

Andere Wissenschaftler sprechen von sieben Faktoren sind, die Langlebigkeit beeinflussen: Mäßiger Alkoholkonsum, Verzicht aufs Rauchen, stabile Partnerschaft, regelmäßiger Sport, angemessenes Gewicht, die Fähigkeit, positiv mit Problemen umzugehen und keine depressive Erkrankung.

Aromatherapie
Damit bezeichnet man den Einsatz von Duftstoffen und ätherischen Substanzen zur Stimulation von Psyche und Körper. Räucherungen mit getrockneten Pflanzen, Gräsern, Harzen, Früchten und Rinden zur Reinigung, als Opfer für die Götter und auch zur Behandlung von Krankheiten wurden schon vor Jahrtausenden im alten Ägypten, in China oder Indien (Ayurveda) durchgeführt.

Heilende Essenzen der Pflanzen findet man in Wurzeln, Blättern, Blüten, im Harz oder der Rinde. Zu den teuersten ätherischen Ölen gehört Rosenöl. Für ein halbes Kilo Öl wird ungefähr 1 Tonne Blütenblätter benötigt. Die ätherischen Öle werden in Aromalampen verdampft oder für Massagen, Einreibungen, Inhalationen oder Aromabäder verwendet. Sie wirken über den Geruchssinn, über die Haut (Massageöle, Badezusätze, Umschläge, Kompressen) und durch die innere Anwendung in therapeutisch verordneten Dosierungen. Die Öle haben auf Körper und Psyche entspannende, anregende, krampflösende oder keimtötende Wirkung. Für Fichtennadel- oder Rosmarinöl ist anregende Wirkung als Badezusatz nachgewiesen, auch Hustenlinderung durch Inhalation von Muskat-, Thuja- oder Zitronenöl. Im Umgang mit Aromastoffen ist Vorsicht geboten. Kopfschmerzen, Übelkeit oder allergische Reaktionen können als Nebenwirkungen auftreten. Unverdünntes Auftragen von Ölen kann zu Hautverätzungen führen.

Atemtherapie
Durch Einsatz bestimmter Atemtechniken soll der körperliche und seelische Zustand verbessert werden. Sie beruht auf der Wechselwirkung zwischen Atmen und dem vegetativen Nervensystem. Das durch das vegetative Nervensystem gesteuerte Atmen kann seinerseits das Nervensystem beeinflussen und harmonisieren. Bewusstes Atmen versucht, Defizite auszugleichen und hilft dabei, auch in belastenden Situationen kontrolliert und richtig zu atmen. Die Atemübungen fördern die Sauerstoffaufnahme in der Lunge und lösen Muskelverspannungen.

Ayurveda
Ayurveda (ayus: Leben, veda: Wissenschaft) ist die Basis altindischer Heilkunst mit dem Zweck, die Gesundheit des Gesunden zu erhalten und den Kranken zu behandeln. Ayurveda versteht sich als umfassende Gesundheitslehre und basiert auf der Vorstellung, dass der Kosmos sich mit seinen fünf Elementen „Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther“ im menschlichen Organismus widerspiegelt. Drei sich ergänzende Regelsysteme (Doshas) sollen den menschlichen Organismus bestimmen und dort alle physischen und psychischen Abläufe regulieren. Jeder Mensch trage eine unterschiedliche Gewichtung dieser Doshas in sich. Behandlungsziel ist es, zwischen den Doshas ein Gleichgewicht zu schaffen, um Krankheitssymptomen und Ablagerung giftiger Schlacken im Organismus entgegenzuwirken.

Wichtige Elemente des Ayurveda sind Synchronmassagen, Stirnölgüsse und Kräuter-Schwitzbäder. Äußerliche Öl-Anwendungen dienen nach ayurvedischen Vorstellungen dem Entzug von Giftstoffen aus der Haut oder den Schleimhäuten. Nach der ayurvedische Lehre soll Medizin stets Vorsorge sein und sieht sich als Ergänzung der Schulmedizin.

Ayurveda wirkt positiv auf das vegetative Nervensystem und bewährt sich bei stressbedingten Gesundheits- oder Befindlichkeitsstörungen wie Migräne, Neuralgien und Gastritis. Wer akut erkrankt ist oder Herzprobleme hat, sollte auf Ayurveda verzichten. Als Wellness-Anwendungen, häufig auch im kosmetischen Bereich, werden vor allem Synchronmassagen, Stirnölgüsse und Ölmassagen angeboten. Diese Behandlungen sind mit angenehmen Empfindungen, pflegender Wirkung auf die Haut und allgemeiner Entspannungsreaktion verbunden.

Foto: Dr. Jerzy Dyczynski

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