Die Schlei

Heringszaun Heringszaun

Die Schlei ist ein Meeresarm der Ostsee, der sich 42 Kilometer weit von Schleimünde in südwestlicher Richtung bis zur Stadt Schleswig erstreckt. Die Schlei entstand während der letzten Eiszeit als Schmelzwasserrinne, streng genommen gilt sie nicht als Förde wie die Kieler oder die Flensburger Förde. Die Schlei schlängelt sich mit mehr oder weniger großen Ausbuchtungen von Schleswig durch das Hügelland, bis sie bei Schleimünde auf die Ostsee trifft. Anders als die Förden der schleswig-holsteinischen Ostseeküste ist sie durch zwei aufeinander zuwachsende Nehrungen von der Ostsee nahezu abgetrennt. Äußerlich wirkt die Schlei wie ein Fluss. Die größte Breite beträgt 4,2 Kilometer (in der Nähe von Schleswig), während sie an der schmalsten Stelle gerade einmal 280 Meter misst. Durch ihre natürlichen Gegebenheiten ist die Schlei ein Paradies für Segler und Angler. Dadurch ist sie nicht nur ein Topp-Ausflugsziel für die zahlreichen Urlauber an der Ostseeküste der Region Schleswig, sondern gilt auch als wichtiges Naherholungsgebiet für die Großstadtregionen Hamburg und Kiel. Die Ufer der Schlei und das Hinterland lassen sich per Pedes oder mit dem Rad erkunden. Zahlreiche Kirchen, Gutshäuser und Feldsteingräber sind immer einen Abstecher wert. Zu den schönsten Ausflugszielen rund um die Schlei zählen die Städte Kappeln und Schleswig selbst. Dazu kommen solche einzigartigen Kleinstädte wie Arnis, eine Stadt wie aus dem Bilderbuch in der Nähe von Kappeln. Sie gilt mit ihren knapp 300 Einwohnern als die kleinste Stadt Deutschlands und liegt auf einer Insel in der Schlei, die durch einen Damm mit dem nördlichen Festland verbunden ist.

Die Schlei-Fischer nutzten in den letzten Jahrhunderten eine besondere Methode, um den begehrten Hering zu fangen. Die Heringszäune, mit Weidengeflecht verbundene Pfähle, verjüngen sich trichterförmig von Schleimünde in Richtung Kappeln, so dass der im Frühjahr zum Laichen aus der Ostsee kommende Hering leicht abgefischt werden konnte. Der letzte Heringszaun wurde bei Kappeln als Kulturdenkmal erhalten und ist noch heute funktionstüchtig. Zu Ehren des einst lebensnotwendigen Herings werden jedes Jahr um Himmelfahrt die Kappelner Heringstage gefeiert. Eine Besonderheit der Schlei ist der dort vorkommende Schleischnäpel, ein Fisch, der mit Forelle und Maräne verwandt ist. Seit Oktober 2008 ist die Region um die Schlei als Naturpark Schlei anerkannt. Mit ihrer Umgebung und den malerischen natürlichen Bedingungen gehört sie zu den beliebtesten Zielen während eines Ostseeurlaubs in Schleswig, ob im Hotel oder im Ferienhaus. Seit 2007 verläuft die touristische Route des so genannten Wikinger-Friesen-Wegs auf zwei Abschnitten nördlich und südlich der Schlei zwischen Nord- und Ostsee und erschließt einige der reichen kulturhistorischen Traditionen dieser Region.
Foto: Schlei Ostsee GmbH

Foto: © Schlei Ostsee GmbH

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