Stadt Wolin auf der gleichnamigen Insel (Foto: nordlicht verlag)
Stadt Wolin auf der gleichnamigen Insel (Foto: nordlicht verlag)

Wolin (Wollin)

Weltgeschichte in der Stadt Wollin

Die Siedlung, die der Insel Wollin  ihren Namen gab, weist nicht nur sehr frühe Siedlungsspuren auf, die bis in die Steinzeit zurückreichen, an dieser Stelle lag wohl auch eine Stadt. Die namensgebende Stadt für die gleichnamige Ostseeinsel Wolin (Wollin) kann auf eine spektakuläre Geschichte zurückblicken. Die Stadt Wolin liegt beiderseits der Dziwna (Dievenow), dem östlichen von drei Mündungsarmen der Oder, die hier am nördlichen Ausgang des Stettiner Haffs die Insel Wolin vom Festland trennt. Im Jahr 980 wird an dieser Stelle von der Wikingersiedlung Jumne (Jomsburg) berichtet, die damals mit 8000 Einwohnern einer der wichtigsten Handelsplätze an der Ostsee gewesen sein soll und sich entlang der Dievenow erstreckte. Vieles spricht dafür, dass das sagenhafte Vineta mit Wolin/Jomsburg in Verbindung gebracht werden kann. Ausgrabungen in den 1930er und den 1950er Jahren brachten zahlreiche Funde ans Tageslicht, die für dies Variante der Lage der sagenhaften und reichen Stadt Vineta sprechen. Im 11. und 12. Jahrhundert wurde die Stadt im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Polen und Dänemark zweimal zerstört, worauf die Bedeutung der Stadt zugunsten der benachbarten Stadt Cammin zurückging. In Wolin entstand 1140 das erste pommersche Bistum, das kurz darauf aber nach Kamień Pomorski (Cammin) verlagert wurde. 1945 kam die Stadt, die in den letzten Kriegstage fast völlig zerstört wurde, im Zuge der Nachkriegsregelungen zu Polen.

Urlaubsort Wollin heute

Noch heute beherrscht der im 13. Jahrhundert errichtete Dom St. Nikolai die Silhouette der 5.000-Einwohner-Stadt. Rund um den Markt sind einige historische Gebäude erhalten. Dazu zählt das Heimatmuseum, in dessen Räumen sich bereits 1317 die erste Schule Pommerns befand. Reste der mittelalterlichen Stadtmauern zeugen von der einstigen schutzwürdigen Bedeutung. 2003 wurde eine zweite Brücke über die Dziwna eingeweiht, die den Fernverkehr an der Stadt vorbeiführt. Auch der kleine Hafen an der Dziwna ist malerisch gelegen. Eine Insel in der Dziwna mit dem Museumsdorf ist alljährlich am ersten August-Wochenende Schauplatz des „Festivals der Slawen und Wikinger“, die mit in- und ausländischer Beteiligung tausende Besucher in die traditionsreiche Stadt ziehen. Wollin ist im Ostseeurlaub auf alle Fälle einen Abstecher wert. Hier verbindet sich europäische Kulturgeschichte mit einer umgebenden malerischen Landschaft, die vor allem für Wassersportler und Ruhe suchende Urlauber ein Paradies ist. Auch wenn es an der Küste des Stettiner Haffs südlich der Stadt Bademöglichkeiten gibt, so locken doch die Ostseestrände der Insel Wollin die meisten Besucher auch der gleichnamigen Stadt Wollin.

Foto: nordlicht verlag


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