Pitrags an der livischen Küste
Pitrags gehört zur livischen Küste „Līvõd rānda“. Der Ort ist ein livisches Fischerdorf, das in historischen Dokumenten erstmals 1582 erwähnt wurde. Wer für die Ostsee eine Verbindung aus Natur, maritimer Vergangenheit und livischer Kultur sucht, findet hier viele konkrete Anknüpfungspunkte für die eigene Reiseplanung.
Küste und Natur im Slītere-Nationalpark
Pitrags liegt im Slītere-Nationalpark, der als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen ist. Zum Nationalpark gehören eine sandige Meeresküste mit Dünen, Trockenwiesen, trockene Kiefernwälder auf Dünen sowie küstennahe Gewässer. Die Dünen tragen dabei sowohl Trockenwiesen als auch trockene Kiefernwälder, während die küstennahen Gewässer einen eigenen Landschaftsraum bilden. Diese unterschiedlichen Landschaftsräume machen den Ort besonders interessant für Besucher, die den Ostseeraum nicht nur über den Strand, sondern auch über seine natürlichen Übergänge kennenlernen möchten. Der Slītere-Nationalpark liegt außerdem an einer Vogelzugroute. Im Frühjahr sind dort große Ansammlungen ziehender Vögel zu beobachten. In den flachen Gewässern vor Pitrags liegen zahlreiche gesunkene Schiffe. Am Strand können nach Stürmen alte Schiffsreste gefunden werden. Küste, Gewässer und Vogelzug gehören damit zu den prägenden Themen des Ortes, ohne dass Pitrags auf ein einziges Naturerlebnis reduziert werden muss.Fischerdorfgeschichte und sichtbare Zeugnisse
Im 19. und 20. Jahrhundert war Pitrags als bedeutendes Zentrum des Boots- und Schiffbaus bekannt. Die Mole von Pitrags wurde 1938 zur Sammlung von Meeresdünger und zur Verbesserung der mageren Böden an der Küste gebaut. Am Ufer von Pitrags sind die Überreste einer Mole sichtbar. Diese Zeugnisse verweisen auf die enge Verbindung des Ortes mit dem Meer und der Küstenwirtschaft. Zu den markanten Bau- und Kulturerzeugnissen zählt außerdem die Baptistenkirche von Pitrags, die 1902 erbaut wurde. Das Fischer- und Bauerngehöft Kurgati entstand in den 1930er-Jahren. Als älteste Höfe von Pitrags gelten der Überlieferung nach Kurg, Tōriz, Sīm und Jōk; die Namen werden auch als Dzērves, Sumbri, Sīmi und Jāki überliefert. Im Gehöft Krogi im Zentrum von Pitrags befindet sich eine Sammlung von 27 alten Arten livländischer Küstenzäune. Dort können Besucher außerdem beim Räuchern von Fisch helfen und das fertige Produkt probieren. In Pitrags können geräucherte Fische probiert werden. Eine weitere kulturelle Spur führt zur livischen Sprach- und Märchenerzählerin Marija Šaltjāre (Bertholde, 1860–1930). Sie überlieferte mehr als 200 Märchen und Legenden sowie mehr als 90 Lieder und Spiele. Ihr überliefertes Werk verbindet damit erzählende Formen mit Liedern und Spielen.Pitrags als Ausgangspunkt für Radtouren
Für aktive Tage führen zwei Radwanderwege durch Pitrags: „Pa lībiešu ciemiem“ und „Gar Dižjūru un Mazjūru“. Wer weitere Ziele derselben Auswahl ansehen möchte, kann auch Dundaga, Dūmele, Mazirbe, Saunags, Kolka und Košrags aufrufen.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Dundagas Novads.
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