Neues Familienausflugsziel auf Usedom

Neues Familienausflugsziel auf Usedom
Noch stehen die Dinos artübergreifend - und friedlich - auf dem Außengelände des neuen Dinoparks auf Usedom

Schon aus einiger Entfernung nehme ich ihn ins Visier – mit meiner Kamera. Versuche ihn im Sucher zu behalten, was bei der Perspektive schräg nach oben gen Himmel gar nicht so einfach ist. Der Bildausschnitt stimmt noch nicht – ein zu großer Abstand. Also weiter ran. Dann habe ich ihn endlich perfekt im Kasten, lasse die Kamera sinken – und gefühlt setzt mein Herz ein, zwei Schläge aus. Seine unzähligen spitzen Zähne, sein gewaltiges Maul nur eine Armlänge von mir entfernt. So muss sich der Protagonist im Jurassic Park gefühlt haben – kurz bevor der T-Rex ihn zwischen die Beißerchen bekam…

Fünfzehn Minuten zuvor. Im ehemaligen Landwirtschaftlichen Erlebnisbereich bei Mölschow auf der Insel Usedom tut sich was. Das 36.000 Quadratmeter große Areal wird ab Pfingsten ein neues Ausflugsziel für die ganze Familie beheimaten. Wo früher Landmaschinen aus vergangenen Epochen zu sehen waren, entsteht gerade ein neuer Tresen. Weiter hinten wird an den Sanitäreinrichtungen gebaut. „Frisch gestrichen, letzte Woche“, teilt mir ein netter Handwerker mit. Es riecht nach Farbe. Noch weiter den Flur entlang auf der linken Seite ein abgeteilter Raum mit dicken Eisengittern davor. Ob hier wohl die wirklich gefährlichen Exemplare ihr Reich bekommen?

Dann weiter aufs Außengelände. Es gleicht ebenfalls noch einer Baustelle. Erdwälle, Baumwurzeln, Spuren künftiger Wege. Mittendrin reckt sich ein Hals in die Höhe. Ich weiß nicht, wer neugieriger auf sein Gegenüber schaut – der Dino oder ich. Dann entdecke ich noch weitere Exemplare. Einer protzt mit seinem orangebraunen Rückensegel. Ein stacheliger Geselle schaut neugierig hinter einem Baum hervor. Ein weiterer senkt sein Haupt und richtet drei gewaltige Hörner auf mich. Und eine Dino-Mama präsentiert stolz ihren Nachwuchs.

Rund 80 Modelle werden den Dinopark Mölschow bevölkern, wie mir Inhaber Denni Stey berichtet. Das Wetter muss nur gut mitspielen, dann schaffen sie es bis Pfingsten. Seine Lebensgefährtin sieht erstmal nach einem besonders großen Modell. Das hat der Frühjahrssturm letzte Woche von den Beinen gefegt. Der Original-Dino mit seinen über 20 Tonnen Lebensgewicht hätte darüber sicherlich nur geschmunzelt. Die Exponate sind von einer Firma erstellt worden, die sich zum einen auf den Bau solcher Großplastiken spezialisiert hat, zum anderen aber beim Design auch großen Wert auf die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse legt. Die Dinos sollen nicht nur gut aussehen – von hübsch bis furchterregend – , es geht auch darum, die Besucher mit Infos beispielsweise über die Lebensweise zu versorgen.

In einem Forschercamp kann der Nachwuchs die Arbeit der Archäologen nachvollziehen. Dinosaurierknochen wurden sicherlich seit Jahrtausenden entdeckt. Sie fanden in Mythen und Sagen ihren Platz, beispielsweise als Drachenknochen. Mitte des 19. Jahrhunderts begann die systematische Erfassung dieser Funde. Die Übersetzung des Namens als „schreckliche, gewaltige Echse“ spricht für den Respekt, den die riesigen Fossilien einflößten. Heute wissen wir, dass es auch kleine Saurier gab. (Fast) allen gemein ist allerdings, dass sie vor 65 Millionen Jahren ausstarben. Aber nur fast, denn die Vögel sind direkte Nachfahren flugfähiger Saurier.

So faszinierend die Dinos auch sind, hoffen wir, dass sie sich in Mölschow bald heimisch fühlen. Ansonsten könnte der Blick in Ihren Rückspiegel bald dieses Szenario bieten…

Weitere Infos finden Sie auf facebook.com/Dinopark-Mölschow-auf-Usedom



Text: Karin Höll
Foto © Karin Höll (o.), pixabay.com/aitoff/CC0 (u.)

Datum: 22.03.2018

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