An der Oberen Treene bis in die Eiszeit radeln

Radwandern im Treenetal unweit der Ostseeküste (Foto: Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland)
Radwandern im Treenetal unweit der Ostseeküste (Foto: Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland)

Die Ostsee-Küste ist ideal für Aktiv-Urlaub. Dabei muss es nicht nur Beachvolleyball und Nordic Walking am Strand sein. Zu naturnahen Radtouren lädt im nördlichen Schleswig-Holstein die Obere Treenelandschaft ein, unweit der Ostsee idyllisch zwischen Flensburg und Schleswig gelegen.

(sh-na) Die Obere Treenelandschaft rund um Tarp, zwischen Flensburg und Schleswig gelegen, ist ein echter Geheimtipp für Naturfreunde und Erholungssuchende und lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad erkunden. Radwanderer schließen fernab vom Massentourismus Bekanntschaft mit seltener Flora und Fauna und genießen die idyllische Landschaft. Sogar die Spuren der letzten Eiszeit lassen sich hier erkunden – und die hat es mit diesem Landstrich besonders gut gemeint: Sanfte Hügel, Bäche, Seen, Moore und Wälder sind ebenso wie die Flussauen mit angrenzenden Trockenhängen, Dünen und Heiden Mitbringsel und Überreste der Gletscher, die sich hier vor rund 12.000 Jahren über das Land schoben.

Die Treene, die im Treßsee südlich von Flensburg entspringt und als einer der schönsten Flüsse Schleswig-Holsteins gilt, schlängelt sich durch das Hügelland und die Geest und mündet schließlich bei Friedrichstadt über mehrere Siele und Schleusen in die Eider. Ihr Oberlauf ist bis heute Natur belassen, Flusslauf und Flussbett sind hier kaum verändert worden. In der Oberen Treenelandschaft – eines der wenigen Naturschutzgroßprojekte mit gesamtstaatlicher Bedeutung – teilen sich Radler den Weg mit seltenen Tier- und Pflanzenarten: Wiesenweihe, Kreuzotter, Eisvogel, Knoblauchkröte und rare Libellenarten fühlen sich hier wohl und Wollgras, Küchenschelle und Orchideen gedeihen prächtig. Sogar der seltene Weißstorch ist hier noch heimisch. Mit etwas Glück treffen die Radler unterwegs auf „wollige Landschaftspfleger“: Eine Wanderschafherde mit rund 500 Heidschnucken und einigen Ziegen weiden hier und formen die Landschaft auf natürliche Art.

Die Fahrradtour durch die Obere Treenelandschaft startet und endet am Bahnhof Tarp und führt die Radler in einem etwa 30 Kilometer langen Rundweg zunächst in einem Bogen Richtung Norden nach Frörup und von dort aus weiter rund um den idyllischen Treßsee mit seinen Wäldern, Moor- und Heidelandschaften. Zurück geht es durch das Fröruper Holz und schließlich das Tarpholz entlang der Treene, die auf der Fahrt insgesamt dreimal den Radweg kreuzt. Info-Tafeln entlang des Weges weisen die Wanderer auf besondere und wissenswerte Naturgegebenheiten hin, zum Beispiel die Binnendünenlandschaft nördlich des Treßsees, die Pflanzen und Tiere im Großsolter Moor oder auch die Ihlseestrom-Niederung.

Natürlich kommt auf dieser Tour auch der Gaumen auf seine Kosten. So viele Naturgenüsse und frische Luft machen schließlich hungrig. Ausgewählte Dorfgasthöfe servieren köstliche, ökologisch erzeugte Produkte aus der Region wie Treene-Rind und Treene-Lamm.

Das Naherholungsgebiet Treenetal lädt dazu ein, die wechselvolle Vergangenheit der Region auf den Spuren der deutsch-dänischen Geschichte zu erkunden. Die Denkmäler am Sankelmarker See, der Poppostein, ein Hünengrab am Ochsenweg oder Nordeuropas größtes rekonstruiertes Steinzeitgrab im Arnkielpark bei Munkwolstrup sind nur einige Beispiele sehenswerter Stätten.

Gemeinsam mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume entwickelte der ADFC unter dem Motto „Alles am Fluss“ Fahrradtouren zum Nachradeln durch Fluss- und Seenlandschaften. Infos, Kartenmaterial und die ausführliche Streckenbeschreibung zu dieser Tour in der Oberen Treenelandschaft finden Interessierte im Internet unter www.adfc-sh.de.

Weitere Infos, Tourenvorschläge und gemütliche Quartiere vermittelt die Gebietgemeinschaft Grünes Binnenland e.V., Dorfstr. 8, 24963 Tarp, Tel.: 0 46 38/ 89 84 04, info@tourismus-nord.de, www.tourismus-nord.de.

Informationen zur Strecke
Streckenlänge: ca. 30 km
Schwierigkeitsgrad: leicht
Da die Strecke nur teilweise ausgeschildert ist, empfiehlt es sich, nach Karte zu fahren. Die Tour ist für Räder mit Anhänger nur bedingt geeignet, da Teile der Strecke auf teilweise engen Wald- und Feldwegen verlaufen.
Anfahrt: Tarp liegt an den Bahnlinien Padborg/Dänemark – Flensburg – Hamburg sowie Flensburg – Neumünster

Text und Foto: Schleswig-Holstein Binnenland Tourismus e.V./Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland

Datum: 15.05.2008

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