Pommern Polen

Küste bei Rowy in der Wojewodschaft Pommern Küste bei Rowy in der Wojewodschaft Pommern

Der Name dieser polnischen Wojewodschaft geht auf die historische Region Pommern zurück, die die gesamte Ostseeküste mit ihrem Hinterland von der Halbinsel Darß-Zingst bis zur Danziger Bucht umfasst. Die administrativen Grenzen waren einigen Veränderungen unterworfen. Nach 1945 unter polnischer Herrschaft haben sich heute auf dem Gebiet des historischen Pommern zwei polnische Wojewodschaften gebildet: Województwo pomorskie (Pommern) mit der Hauptstadt Gdańsk (Danzig) und Województwo zachodniopomorskie (Westpommern) mit der Hauptstadt Szczecin (Stettin). Die heutige Wojewodschaft Pommern wurde früher auch als Pomerellen (kleines Pommern) und zwischen den Weltkriegen als Westpreußen bezeichnet.

Natürliche Bedingungen und Badeorte

Die westliche Grenze der Ostseeküste der Wojewodschaft Pommern wird durch den Nogat gebildet, einem Mündungsarm der Weichsel in das Frische Haff. Diese Bucht wird durch die Frische Nehrung von der offenen Ostsee abgeteilt, die nur eine Durchfahrt bei der Russischen Stadt Baltijsk (Pillau) hat. Die Nehrung selbst gehört zu den beliebten Urlaubszielen an der polnischen Ostsee. Sie bildet gleichzeitig die südliche Begrenzung der Danziger Bucht (Zatoka Gdańska).

Wanderdünen bei Leba

An dessen Westküste liegen die drei Städte Gdańsk (Danzig), Sopot (Zoppot) als größtes polnisches Seebad und die Hafenstadt Gdynia (Gdingen). Zusammen werden diese Städte auch als Dreistadt (Trójmiasto) bezeichnet. Die Halbinsel Hela (Hel), eine schmale Nehrung, bildet die nordwestliche Begrenzung der Danziger Bucht. Sie ist 34 Kilometer lang und zwischen 200 Meter und drei Kilometer breit und entstand bis zum 18. Jahrhundert aus einer Reihe kleiner Inseln. Die Halbinsel ist eines der beliebtesten Ausflugsziele an der polnischen Ostseeküste.
Hier beginnt die Ausgleichsküste, eine gerade Küstenlinie ohne Buchten, die sich mehr als 100 Kilometer über Ustka (Stolpmünde) als westlichstem Badeort der Wojewodschaft Pommern bis zur Insel Wollin im Westen erstreckt, unterbrochen nur durch die schmale Mündung der Dziwna (Dievenow). An der Ostseeküste der Wojewodschaft Pommern befinden sich zahlreiche Badeorte, von denen Sopot (Zoppot) neben Kołobrzeg (Kolberg), Międzdzydroje (Misdroy) und Świnoujście (Swinemünde) zu den bedeutendsten in Polen gehört. Aber auch andere Seebäder haben eine überregionale Bedeutung.
Mit Gdańsk (Danzig) als urbanem Zentrum einerseits sowie den Nehrungen Frische Nehrung, Halbinsel Hela und den Wanderdünen von Łeba im Słowiński Park Narodowy (Slowinzischer Nationalpark) befinden sich herausragende touristische Ziele in dieser Region.

© oben: wikipedia.de/gemeinfrei; unten: wikipedia.de/Cornelius Schumacher/CC BY-SA 3.0



L
Polnische Ostseeküste - Michael Müller VerlagITERATURTIPP: Polnische Ostseeküste
Kilometerlange Sandstrände, bis zu 40 Meter hohe Wanderdünen, atemberaubende Steilküsten, tiefgrüne Wälder und kristallblaue Eiszeitseen im Hinterland, Seebäder mit langer Tradition und Kulturstädte mit reicher Geschichte… Die polnische Ostseeküste präsentiert sich insgesamt "unrasierter" als ihr Pendant in Deutschland, Städte wie Danzig oder Stettin faszinieren durch die allerorten spürbare Spannung zwischen Tradition und Moderne: hier die jahrhundertealte, für die Ewigkeit errichtete Backsteinkirche und nur wenige Meter entfernt das hippe Szenecafé im cool-lässigen Design.
Auf 288 prall gefüllten Seiten bietet der Band alle notwenigen Informationen für individuelle Streifzüge durch eine europäische Region im Umbruch – für Baderatten, Wassersportler, Wanderer und Kultururlauber jeder Couleur.
Schinzel, Isabella, 288 Seiten, 16,90 EUR (D), ISBN 978-3-95654-044-8

Krynica Morska, Blick von der Mole auf den Ort

Krynica Morska (Kahlberg)

Das westlichste Stück der polnischen Ostseeküste beginnt auf der Frischen Nehrung (Mierzeja Wiślana), einer schmalen Landzunge im Süden der Danziger Bucht (Zatoka Gdańska). Mitten auf der Frischen Nehrung liegt die kleine Stadt Krynica Morska, deren Anfänge unter dem deutschen Namen Liep, später Kahlberg, bereits auf das 13. Jahrhundert zurückgehen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird Kahlberg gezielt zu einem Badeort für alle Bevölkerungsschichten entwickelt. Seit Ende der 1960er Jahre gehört Krynica Morska, die kleinste Stadt Polens, mit heute bis zu 100.000 Gästen pro Jahr zu den populärsten Badeorten an der polnischen Ostseeküste.
Danzig, Krantor und andere Gebäude an der Mottlau

Gdańsk (Danzig)

Die Stadt am Rande der Weichselmündung ist mit über 460.000 Einwohnern unbestritten das Zentrum ganz Nordpolens und der polnischen Ostseeküste. Zusammen mit den sich nördlich anschließenden Städten Sopot (Zoppot) und Gdynia (Gdingen) bildet sie die sogenannte Dreistadt (Trójmiasto) mit 760.000 Einwohnern. Der gesamte umliegende Einzugsbereich zählt etwa 1,2 Millionen Einwohner. Bis heute ist Gdańsk (Danzig) auch das touristische Zentrum der Region, in enger Verbindung mit dem Seebad Sopot (Zoppot). Gdańsk (Danzig) ist ein Muss für jeden, der die polnische Ostseeküste während eines Urlaubs erleben möchte. Von hier aus erreicht man die landschaftlich reizvollen Halbinseln Hel im Norden und das Frische Haff im Süden. Auch die Marienburg in Malbork (Marienburg) liegt nur eine knappe Autostunde entfernt.
Blick auf die Seebrücke von Sopot

Sopot (Zoppot)

Das Ostseebad Sopot (Zoppot) schließt sich heute fast übergangslos an die Stadt Gdańsk (Danzig) an und ist eng mit der Geschichte dieser Stadt verbunden. Von 1283 bis 1807 war Sopot Bestandteil von Danzig. Sopot liegt am Westufer der Danziger Bucht zwischen Danzig und dem sich nördlich anschließenden Gdynia (Gdingen). Bereits 1823 begann sich in Sopot der Badebetrieb zu entwickeln, denn die Bedingungen mit dem schützenden Höhenzug im Westen und dem nur gering salzhaltigen Wasser der Danziger Bucht waren ideale Bedingungen dafür. Sopot entwickelte sich zu einem weltweit bekannten und mondänen Badeort. Von diesem Ruf kann das Seebad noch heute zehren und wird ihm mit seinen rekonstruierten Bauten und dem prachtvollen Strandvorplatz auch wieder gerecht.
Südmole mit Blick auf die Stadt

Gdynia (Gdingen)

Die Stadt Gdynia (Gdingen) liegt am Westufer der Danziger Bucht (Zatoka Gdańska) etwa 20 Kilometer nördlich von Danzig (Gdańsk). Am Ort der heutigen Stadt befand sich bereits im 13. Jahrhundert eine Siedlung. Im Gegensatz zum Seebad Sopot (Zoppot) war Gdynia jedoch nie Bestandteil der Stadt Danzig. Am Ende des 19. Jahrhunderts begann sich Gdingen von einem Fischerort zu einem Badeort zu wandeln. Gdynia ist ein ideales Urlaubsziel besonders für Geschichts- und Kulturinteressierte. Doch auch Aktivurlauber kommen hier auf ihre Kosten. Die gesamte Region, mit dem Seebad Sopot, im Süden und der Halbinsel Hel im Norden lädt zu einem abwechslungsreichen Urlaub ganz in Familie ein.
Hafen mit Restaurant und Blick auf die Halbinsel Hel

Puck (Putzig)

Die Stadt Puck (dt. Putzig) mit aktuell mehr als 11.000 Einwohnern gehört zu den ältesten Siedlungen der Region und wurde im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie liegt nördlich von Gdynia (Gdingen) in der Nordwestecke der Danziger Bucht (Zatoka Gdańska), die den Namen Putziger Bucht (Zatoka Pucka) trägt. Die Entwicklung der Stadt war immer mit Hafen und Fischerei verbunden. Puck (Putzig) liegt am Rande des Landschaftsschutzgebietes „Nadmorski Park Krajobrazowy“, welches die gesamte Halbinsel Hel, die Hälfte der Putziger Bucht und einen Teil der Ostseeküste in Richtung Westen umfasst. Die Kreisstadt Puck (Putzig) kann als idealer Ausgangspunkt für Ausflüge nach Norden und Süden dienen. Im Norden wartet die Halbinsel Hel mit ihrer einzigartigen Natur und schönen Badeorten, im Süden die Hafenstadt Gdynia (Gdingen), das Seebad Sopot (Zoppot) sowie die Großstadt Gdansk (Danzig).
Blick auf den Strand der Danziger Bucht

Hel (Hela)

Die Stadt Hel (dt. Hela) ist Namensgeber und Hauptort der gleichnamigen Halbinsel, die sich im Nordwesten der Danziger Bucht als schmale Nehrung in Richtung Südosten erstreckt. Die Siedlung am südöstlichen Ende der Halbinsel kann auf eine mehr als 700-jährige Existenz verweisen. Die lange Zugehörigkeit zur Stadt Danzig (Gdansk) wirkte sich negativ auf die Bedeutung der Stadt aus. Heute ist Hel ein bedeutender Urlaubsort an der polnischen Ostseeküste, der durch eine Bahnlinie an das polnische Eisenbahnnetz angeschlossen ist. Westlich der Stadt befindet sich ein großes Militärgelände der polnischen Marine. Diese Militäranlagen wurden in den 1930er Jahren errichtet und brachten zeitweilig Zugangsbeschränkungen mit sich. Heute steht Hel allen Gästen offen.
Blick auf den Hafen von Jastarnia

Jastarnia (Heisternest) mit Jurata

Lage und Geschichte Fast in der Mitte der Halbinsel Hel (Hela) liegt die Stadt Jastarnia (dt. Heisternest), die ursprünglich aus...
Wanderdüne bei Leba

Łeba (Leba)

Łeba (Leba) gehört zu den bemerkenswertesten und bekanntesten Orten an der gesamten Ostseeküste. Die Stadt liegt zwischen zwei Strandseen, dem Lebaer See und dem See Sarbsko, an der Ausgleichsküste im westlichen Teil der Wojewodschaft Pommern an der Mündung des Flusses Leba. Unmittelbar westlich der Stadt erstreckt sich der Slowinzische Nationalpark, der vor allem durch die Wanderdünen bekannt ist. Die Stadt Leba selbst geht auf eine Fischersiedlung aus dem 11. Jahrhundert zurück und kam nach mehreren Wechseln 1657 an Brandenburg-Preußen, wo es bis 1945 als Teil der Provinz Pommern blieb. Mit Hafen, Strand, Nationalpark und dem breiten touristischen Angebot gehört Leba heute zu den wichtigsten Tourismuszentren an der pommerschen Küste.
Leuchtturm und Hafen von Ustka

Ustka (Stolpmünde) mit Rowy (Rowe)

Die Stadt Ustka (dt. Stolpmünde) liegt in der historischen Region (Hinter-)Pommern an der Mündung des Flusses Słupia (Stolp) in die Ostsee. Mit seinen breiten Sandstränden beiderseits der Flussmündung gilt Ustka als das bedeutendste Ostseebad zwischen Darlowo und Sopot. Im 14. Jahrhundert wird der Ort erstmals als Hafenvorort der knapp 20 Kilometer flussaufwärts gelegenen Stadt Stolp (poln. Słupsk) erwähnt. Kurzzeitig erreichte der Hafen eine überregionale Bedeutung, ehe er von Danzig in den Schatten gestellt wurde und versandete. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Hafen reaktiviert, durch Molen geschützt und als Fischereihafen zum Kern einer touristischen Entwicklung der Stadt. Reichskanzler Bismarck erhielt 1886 hier eine Sommerresidenz. Auch der Badeort Rowy (Rowe) am Rande des Slowinzischen Nationalparks gehört zur Gemeinde Ustka.
Marktplatz

Słupsk (Stolp)

Die Stadt Słupsk (Stolp) liegt 18 Kilometer von der Ostseeküste entfernt am Fluss Słupia (Stolpe) in der Wojewodschaft Pommern, gehört jedoch zur historischen Region Hinterpommern. Die ersten Siedlungsspuren mit einer Burg gehen an diesem Ort auf das 9. Jahrhundert zurück. Nach wechselvoller Geschichte kam Stolp schließlich zur preußischen Provinz Pommern. Heute ist Słupsk (Stolp) das urbane und wirtschaftliche Hinterland für die Hafenstadt Ustka (Stolpmünde) und damit auch ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen im Urlaub an der polnischen Ostseeküste.

Werbung

Folgen auf Facebook oder Google+

 


News

Weihnachten in den Stockholmer Schären
Die Schäreninseln entlang der schwedischen Küste sind im Sommer ein beliebtes Reiseziel für internationale Besucher. Ob im Norden vor Luleå, im größten schwedischen Schärengebiet vor Stockholm oder im Süden vor Karlskrona. Im Winter überlassen selbst viele schwedische Sommergäste die Schären sich selbst. So erleben meist nur die wenigen Dauerbewohner, die Einheimische, den Charme des Schärengartens, während Touristen die Städte erkunden.
Das Rigaer Jugendstilzentrum
Das Museum entstand bereits 1903 und befindet sich in der Alberta-Straße 12, die von den bekannten lettischen Architekten Konstantīns Pēkšēns und Eižens Laube entworfen wurde. In den letzten Jahren hat sich die ursprünglich begrenzte Museumssammlung in eine einzigartige Sammlung von Jugendstilobjekten mit 6.400 Exponaten verwandelt. Ein Teil der Sammlung wird im Untergeschoss des Jugendstilzentrums gezeigt, wo man sich eingehend über das Erbe der Jugendstilarchitektur in Riga informieren und die interaktiven Elementen nutzen kann.
Weihnachtszauber in Lübeck
Lübeck lädt mit seinen Weihnachtsmärkten zu einem stimmungsvollen Adventserlebnis ein und hat gleich zwei Überraschungen in petto: Das Weihnachtswunderland für Kinder zieht zum Europäischen Hansemuseum und das „Hoghehus“ am Koberg wird erstmalig zum Kunsthandwerkermarkt. Insgesamt verzaubern zehn Weihnachtswelten die Gäste der Weihnachtsstadt, wir wünschen viel Spaß!

Wellness-Anbieter und Wellness-Hotels an der Ostsee (Foto: pixelio.de)

Ostsee-Hotels (Foto: Simone Peter/pixelio.de)